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Wuchang: Fallen Feathers – Ein Flügelschlag in die Abgründe der Mythologie
Die ferne Welt der antiken Mythologie, wie sie in „Wuchang: Fallen Feathers“ erkundet wird, ist sowohl ein visueller als auch narrativer Drahtseilakt. In den trüben Tiefen der späten Ming-Dynastie, einer Epoche, die von Hunger und Rebellion geprägt war, entfaltet sich eine Geschichte, die scheinbar auf den ersten Blick von ernsthafter kultureller Relevanz durchdrungen ist. Doch skeptische Spieler:innen erkennen schnell, dass die Faszination des Spiels nicht nur aus seinem historischen Hintergrund, sondern auch aus den farbenprächtigen, aber oft verworrenen mythologischen Elementen hervortritt.
Nachdem die ersten Eindrücke von „Wuchang: Fallen Feathers“ hinter den beeindruckenden facettenreichen Grafiken verblassen, offenbart sich eine Vielzahl an Fragen – und ein noch größeres Wirrwarr. Der zentrale Punkt der Erzählung, die sogenannte „Feathering Disease“, ist nicht nur ein mechanischer Kniff, sondern auch ein Mittel, um die dramatischen Verwerfungen der Zeit zu beleuchten. Inspiriert von den mysteriösen Funden aus dem Sanxingdui-Grabungsfeld, verschmelzen Fantasie und Realität. Die Menschen verwandeln sich in groteske, gefiederte Kreaturen, die wie marodierende Karikaturen ihrer selbst durch das Land ziehen. Hier betritt die Protagonistin Bai Wuchang – eine heldenhafte Piratin, die das Schicksal der Menschen ändern soll.
Doch während sich Wuchang auf ihr Abenteuer begibt, erwischt sie ebenfalls die verfluchte Krankheit. Ein Witz, der schnell zu einem Problem wird. Verwirrte Spieler:innen werden hier an einen sarkastischen Ausdruck erinnert: „Ist das nur ein kleines Pickelchen oder werde ich wirklich zu einem grausamen Geschöpf?“ Natürlich verschwindet die Krankheit nach dem Tod in einem unbemerkt bleibenden Augenblick, eine Wendung, die jegliche Dramatik droht zunichtezumachen.
Die Missverständnisse sind nicht nur im Kontext der Geschichte angesiedelt, sondern erstrecken sich auch auf die Mechaniken des Spiels. Wo sind die systematischen und emotional belastenden Entwicklungselemente, die die Spieler:innen durch ihre Kämpfe tragen sollten? Stattdessen werden wir mit einem uninspirierten Kampfsystem konfrontiert, dessen seelenloser Austausch von Schlägen gegen immer die gleichen Gegner schnell zu einer repetitiven Langweile führt. Es wäre leicht, die drohende Langeweile auf die Neigung des Spiels zu schieben, sich in einem Nebel aus identischen Gegnern zu verlieren, die in einer einheitlichen, braunen Ästhetik gefangen sind.
Wuchangs Waffen, die sich anfangs vielversprechend anhören, wissen oft nicht zu überzeugen. Austauschbare Waffen mit absurden Angriffsmustern, die nichts weiter mit den vorhandenen Herausforderungen zu tun haben, bieten wenig Anreiz, die Möglichkeiten des Spiels eigentlich zu erkunden. Der Spieler bleibt dabei in seiner Anfangswahl gefangen und fragt sich, ob das Entwickeln von Fähigkeiten und Angriffszaubern nicht letztendlich nur ein Lippenbekenntnis ist.
Gerade der Aspekt der Umgebungen – die oft düstere und monoton wirkende Kulisse – verstärkt das Gefühl, im Spielverlauf den Boden unter den Füßen zu verlieren. Wuchang irrt durch Labyrinthe aus öden Höhlen und austauschbaren Dörfern und thesauriert so das Gefühl von Frustration. Ja, die Geographie des Spiels ist verwirrend: Man findet sich oft verloren in den schmalen Gängen eines Tempels, während man an einer Tiefe festhält, die nicht mit Erforschen, sondern mit einer schmerzhaften Gewöhnung zu tun hat. Gekrönt wird dies von fragwürdiger Performance auf PlayStation 5, wo die teils katastrophale Framerate das Erlebnis weiter trübt.
Bosskämpfe, die auf dem Papier aufregend scheinen, präsentieren sich hingegen als die höchste Form der Unvollkommenheit. Während sie spannende Angriffsmuster besitzen, machen sie oft mit einem stupiden Zustand auf sich aufmerksam: Die künstliche Intelligenz scheint die Kämpfe in eine Farce zu verwandeln, wenn diese über die grundlegenden Bewegungen hinaus kaum zur Angriffsvermeidung in der Lage sind. Wo bleibt der finale Schuss an Faszination, wenn die Bosse jeden zweiten Schlag ins Nichts führen, als wäre die Feathering Disease auch ihnen schicksalhaft auferlegt worden?
Der Mut, durch die epochalen Abgründe einer Kultur zu wandeln und dies in einem Spiel zu verdichten, wird durch die unklare Übersetzung und unausgereifte Mechaniken schmerzend konterkariert. „Wuchang: Fallen Feathers“ erweist sich als Spiel, das den Verdacht weckt, es sei zu früh in die Welt entlassen worden. Wo das Potenzial zu blühen scheint, gibt es nur ein fast tragisches Mangelgefühl. „Was könnte hier mehr sein?“ flüstert der Spieler, und die Antwort bleibt schmerzlich unverhofft.
Was bleibt, sind nicht nur verpasste Chancen, sondern auch tiefgehende Fragen zur Ausführung von Kultur und Mythos im Videospiel – ein spannendes Terrain, das nur darauf wartet, mit der richtigen Sorgfalt neu betreten zu werden.
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