Träume einer anderen Rezension | TheSixthAxis

Dreams of Another Review Hero 500

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Ein surrealer Strudel aus Nebel und Schrotpatronen: „Dreams of Another“

Man könnte sagen, „Dreams of Another“ ist ein Spiel, das mit seinen eigenen Regeln bricht – nur um dann auf eine seltsame Art wieder an seine eigene Sturheit zu erinnern. Es ist das Spiel, in dem Destruktion zur Schöpfung führt; in dem ein Sturm aus bunten Blasen sowohl das Erschaffen als auch das Zerstören definiert. Ob man es als Spiel oder Kunstform betrachten möchte, darüber lässt sich streiten. Eines ist sicher: der Wille, das Spielerlebnis als solches zu interpretieren, ist ein gewaltiger, fast schon selbstironischer Akt des Widerstands gegen die Monotonie des Gamings.

In der Rolle eines nebulösen Akteurs stehst du an einer nicht näher definierten Stelle, umgeben von überdimensionierten Blasen, die sich in verschiedene Objekte verwandeln, sobald du sie mit deinem Gewehr beschießt. Während die Grafik in ihrer verspielten Ästhetik ohne Zweifel beeindruckend ist, erwischt man sich oft dabei, wie man sich fragt: „Was habe ich hier gerade getan?“

Zwischen schönen Bildern und bloßer Langeweile

Pixeljunk, das Studio hinter „Dreams of Another“, hat sich im Lauf der Jahre einen Ruf für ästhetisch ansprechende und spielerisch innovative Titel erarbeitet. Doch trotz aller äußerlichen Schönheit, die die Blasen- und Partikelwelt bietet, bleibt der schale Nachgeschmack der repetitiven Mechanik. Du schießt, du siehst, wie die Welt wieder in Form kommt, nur um gleich darauf erneut zu schießen – und das über Stunden hinweg.

Was anfangs als melancholische Ode an die Schöpfung durch Zerstörung erscheint, erweist sich bald als eine endlose Wiederholung derselben gleichförmigen Aktionen. Diese Absurdität wird durch die bizarre, oft wirre Handlung nicht entschärft. Männchen und Objekte in dieser Welt erzählen dir ihre Geheimnisse, doch die Narrative scheinen wie Flüstern in einem Windstoß zu verhallen – bedeutungslos und ungreifbar.

Denkt an die Molen!

Ein besonders skurriles Element ist das ständige Verfolgen eines Mols, der seltsamen Aktivitäten nachgeht. Während du hinterherhetzt, hörst du dieselben Dialoge wieder und wieder. Es ist, als würde ein Theaterstück in einer Endlosschleife aufgeführt werden, das die Zuschauer in die Verzweiflung treibt, anstelle für echtes Interesse oder Spannung zu sorgen.

„Dreams of Another“ setzt auf eine sehr künstliche Form der Immersion. Die meisten Szenen enden abrupt und fliegen wie konfus wirbelnde Konfetti in den Himmel, was nach dem ersten Mal mehr über eine ungewollte Komik anstatt über Ästhetik vermittelt. Der ständige Wechsel zwischen Gameplay und einem ungeschickten Hauptmenü, das dich wieder und wieder in sein Eingangsbild zurücklotst, nimmt dem Spieler die Orientierung.

VR, aber warum?

Ein Zusatzinhalt – die VR-Option – könnte die Immersion erhöhen, doch auch hier bleibt die Enttäuschung nicht aus. Anstelle von nahtlosen Übergängen und einem echten Gefühl, in dieser surrealen Welt zu sein, schaust du auf einen kleinen Bildschirm, der dir die Action in einer Art Fenster präsentiert. Es kommt einem vor wie das Durchschauen eines Schlüssellochs – man ist neugierig, aber der Zugang ist stark limitiert.

Die Steuerung ist ebenfalls alles andere als intuitiv. Das Aufheben von Gegenständen, die Interaktion mit der Umgebung – alles fühlt sich klobig an, fast so, als wäre es den Entwicklern wichtiger gewesen, die surreale Atmosphäre zu stärken, als den Spieler tatsächlich darin zu verwickeln.

Ein Spiel am Abgrund des Verstehens

„Dreams of Another“ ist definitiv nicht das konventionelle Narrativ, das wir von vielen modernen Titeln gewohnt sind. Es ist nicht nur das Experimentieren, das hier zu Fragen führt, sondern auch die absolute Unzugänglichkeit der Geschichte selbst. Der Spieler braucht geduldige Vielseitigkeit und den Mut, die eigene Vorstellungskraft stark auszureizen – und ob das eine Stärke oder Schwäche des Titels ist, bleibt dem Einzelnen überlassen.

Die interessantesten Spiele sind oft jene, die uns zum Nachdenken anregen, die uns verwirren, unsere vermuteten Grenzen der Narrative und des Gameplay herausfordern. In diesem Sinne könnte man argumentieren, dass „Dreams of Another“ durch seine anhaltende Irritation und Unbehagen seinen eigenen Wert hat. Völlig normal wird diese Erfahrung aber sicher nie sein.

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