Thief VR Bewertung | TheSixthAxis

Thief 500

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Ein Meisterdiebstahl auf Madrigal: „Thief VR“ im Test

Es ist ein mondheller Abend in der Stadt Madrigal. Die Straßen sind belebt, und die Schatten der passierenden Wachen türmen sich an den Wänden der alten Gemäuer. Die Luft ist von einem Hauch Abenteuer durchzogen – und wenigen Dingen kann ich mich mit einer so tiefen Leidenschaft hingeben wie dem Nervenkitzel des Stehlens. Doch als ich selbst die Rolle des berüchtigten Diebs Magpie in „Thief VR“ übernehme, merke ich sofort: Stealing isn’t easy.

„Thief“ ist eine Serie, die für viele Spieler:innen eine bedeutende Rolle spielt. Sie erinnert an die Zeiten, als Geschicklichkeit und Geduld das Geheimnis waren, um in die Schatten zu schlüpfen, und nicht die fragwürdige Fähigkeit, wie ein digitaler Rambo durch den Raum zu stürmen. Es ist das alte Lied der Stealth-Mechaniken: Ein einziger Wachdurchgang, und schon bin ich vom Hochstapler zum mittellosen Verbrecher geworden.

Die Magie des VR-Erlebnisses

„Thief VR“ entführt uns in ein fühlbar anderes Erlebnis. Ich schlüpfe in die Rolle von Magpie und beginne, die Aufträge für die mysteriöse Cassandra zu befolgen. Die Synchronsprecher:innen leisten großartige Arbeit, insbesondere Cassandra und Garret, der als Stimme in meinem Kopf fungiert. Obwohl die Geschichte an einigen Stellen vorhersehbar ist, verspricht sie mir ein buntes Sammelsurium an Wertgegenständen, die ich stehlen kann – ein gewisses Grundgerüst, auf dem ich meine Diebestour aufbauen kann.

Was „Thief VR“ jedoch wirklich gemeistert hat, ist die Art und Weise, wie ich mich in dieser Welt bewege. Das Aufziehen eines Fensters, das Klettern an einem Abgrund, das Hocken vor einer Truhe: Diese Aktionen sind in VR intuitiv und fließend. Es ist schwer, in Worte zu fassen, wie sich die Interaktionen anfühlen, wenn man tatsächlich physisch in die Welt eintaucht und nicht nur mit einem Controller in der Hand vor einem Fernseher sitzt. Das Geräusch des leicht knarrenden Holzes, die sanfte Interaktion mit der Umgebung – ich fühle mich fast wie ein echter Dieb.

Der schleichende Schatten – und seine Stolpersteine

Doch jede noch so gut inszenierte Diebesgeschichte hat ihre Hürden. Eine davon ist das Öffnen von Schubladen. Es mag banal erscheinen, doch hier ist der Immersionsbruch besonders greifbar. Ich greife die Schublade, öffne sie in der Hoffnung, wertvolle Gegenstände zu finden, und zack – sie schnippt zu, als hätte ich beim Poker eine zu interessante Karte gezogen. Die Bewegungen des Loots innerhalb der Schublade sind ein weiteres Ärgernis: Sie zucken wie ein Habicht, der einen Wurm erblickt hat, und ich muss oft kämpfen, um zumindest ein bisschen Beute zu stehlen.

Wenn ich dann endlich meine Erfolgsbilanz aufbessern kann, wird meine Geduld auf die Probe gestellt – nicht nur von den Spielfehlfunktionen, sondern auch von der simplen, ja fast kindlichen KI der Wachen. Manchmal ignorieren sie mich, als wäre ich ein Rohrschachbild, das nicht in ihren Horizont passt. In einem Moment erinnere ich mich an das klischeehafte Bild des unfähigen Verbrechers, der versehentlich den perfekten Plan ausheckt.

Humor in der Dunkelheit

Trotz alledem bleibt in diesem Mix aus Intrigen und Sabotage das Schmunzeln nicht aus. Manchmal muss ich einfach schallend lachen, wenn ich einen Wächter am Boden knülle und er mir trotzdem auf die Spur kommt, ohne einen Mucks von sich zu geben. Es erinnert mich an eine Episode eines Slapstick-Comedians, nur dass mein Charakter verzweifelt versucht, cool und lässig zu wirken – süß ist anders!

Die Mechaniken des Spiels sind festiv und schwerfällig, das Upgrade-System hingegen holt mich aus der Fassung. Es basiert nicht nur auf den ergaunerten Goldstücken, sondern vielmehr auf den Aufträgen von Cassandra. Das fühlt sich an wie ein Rückschritt. Ob ich nun mit zwei Wasserpfeilen in der Mission beginne oder leise schleiche – es ist eine Mischung aus Organisationstalent und einem Wurf ins kalte Wasser.

Eine neue Geduld entwickelt

Dennoch stellt „Thief VR“ eine interessante Reflexion eigener Geduld und Aufmerksamkeit dar. In der virtuellen Realität drücke ich mich an die Wand, als wäre sie aus Jute und nicht aus Marmor. Die Momente, in denen ich mit Sorgfalt durch ein Gebäude schlüpfe, lohnenswertes Diebesgut erlange und unbemerkt entkomme, sind das wahre Herzstück dieses Spiels und lassen mich an die Glanzzeiten früherer Thief-Titel denken.

Es gibt Momente, die die Nerven beruhigen, wie das emotionale Auffrischen meiner Ausrüstung im Gefängnis. Diese Motive erwecken nostalgische Erinnerungen und machen die Reise umso ansprechender.

Während ich die Straßen Madrigals durchstreife, kommen mir Gedanken über die Bedeutung von Stealth in der modernen Spielkultur. Ist es nicht vielleicht das Versprechen der Unbemerktheit und der Artikulation von Geschichtenerzählen, das dieses Genre so faszinierend macht?

Die Schatten, in denen ich mich bewege, sind lebendig und voller Möglichkeiten. „Thief VR“ ist mehr als ein Spiel – es ist eine Einladung, die Kunst des Stehlens neu zu erfahren und mit den kleinen Unzulänglichkeiten einer virtuellen Welt zu leben. Und während ich an meiner Geduld arbeite, bemerke ich, dass das echte Diebeshandwerk nicht nur in der Dunkelheit funktioniert – es lehrt mich, dass auch das Licht Momente des Abenteuers birgt.

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