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Sonic Racing: CrossWorlds – Ein Rennen ins Ungewisse
Es ist ein heißer Tag in Green Hill Zone, und das adrenalingeladene Geplänkel auf der Strecke hat schon längst begonnen. Sonic, der rapide blitze durch die Bögen des Kurses, hat sich mit seinen Kumpels auf ein neue Herausforderung eingelassen: ein Rennspiel, das die Dimensionen sprengt. „Sonic Racing: CrossWorlds“ nennt sich das digitale Fest, das in einer Welt voller Farben und fantastischer Charaktere stattfindet. Doch ist das rasante Konzept wirklich so revolutionär, wie es scheint, oder bleibt man am Ende doch nur im Schatten von Mario Kart?
Wenn man das Spiel so vor sich sieht, könnte man vermuten, dass Sega den Turbo gezündet hat. Nach Jahren des schleichenden Verfalls der Sonic-Reihe wickeln die Entwickler eine Mischung aus nostalgischen Elementen und modernen Features um den Knüppel, mit dem Sonic & Co. über den Bildschirm flitzen. Es ist tatsächlich der Dimensionenwechsel – inspiriert von den Mechaniken aus „Ratchet & Clank“ – der den besonderen Reiz ausmachen soll. So können die Führenden in einem Rennen die Streckenmitte wechseln und in neue, unerforschte Gebiete des Sonic-Universums eintauchen. Stellen Sie sich vor: Während Sie mit Lichtgeschwindigkeit durch ein glitzerndes Casino rasen, werden Sie plötzlich in eine verregnete Piratenwelt teleportiert. Spannend, oder?
Doch dieser Wechsel bietet mehr Chaos als Freude. Statt das Gefühl des perfekten Rennens auf einer einzigen Strecke zu erleben, wird das Spielerlebnis oft als unberechenbar und willkürlich empfunden. Man fragt sich, ob man wirklich die Fähigkeit hat, seine Linie zu perfektionieren, wenn gleich nach dem ersten Drift die gesamte Szenerie gewechselt wird. Hinzu kommt die Tatsache, dass viele der Strecken wenig Charakter besitzen, trotz ihrer Wurzeln in einem mittlerweile so historischen Franchise. Wenn Sonic das Gefühl vermittelt, sich fast schon langweilen zu müssen, fragt man sich, wo die Magie geblieben ist, die einst die Spieler in ihren Bann zog.
Ein Aspekt, der „Sonic Racing: CrossWorlds“ hingegen etwas frischen Wind einhaucht, ist die Möglichkeit zur Anpassung der Karts. Hier zeigt sich, dass die Entwickler mitbedacht haben, dass jedes Fahrzeug in einem rasanten Rennen eine individuelle Note verdient. Die „Gadget Plate“ verspricht, die Karts an den Spielstil der Fahrer anzupassen – von Geschwindigkeitsboosts bis hin zu speziellen Waffen, um die Rivalen auszubremsen. Doch in der Online-Version ist dieser Anpassungshorizont oft nicht verfügbar. Ein merkwürdiger Kompromiss, der den Eindruck erweckt, man wolle für die offline Spieler ein frisches Erlebnis bieten, jedoch im Kerne der Spielerschaft viel zu unausgewogen bleibt.
Die Entscheidung, neben Sonic und seinen klassischen Weggefährten eine Riege an Charakteren aus dem Sega-Universum zu besetzen, inklusive Gastauftritten aus der Popkultur wie „Hatsune Miku“ oder „Joker“ aus „Persona“, könnte für einige Spieler Reizvoll zu sein. Doch während Sonic Fans in der breiten Riege von Charakteren stöbern, stellen sie schnell fest, dass junge Talente wie der mehr als fragwürdige „Charmy the Bee“ bei weitem nicht das Herz der Marke transportieren. Hier bleibt der nostalgische Funke aus.
Optisch wird mit kräftigen Farben und dynamischen Hintergründen zwar eine lebendige Kulisse wahrgenommen, doch die Leblosigkeit im Vergleich zu den letzten Mario-Kart Abenteuern ist unübersehbar. Wo Mario Kart mit einem perfekt orchestrierten Rhythmus aus Musik, Spannung und strategischen Manövern begeistert, stimmt der Puls von Sonic Racing eher wie beim Auslaufen eines grandiosen 80er-Jahre Actionfilms, der gleich wieder in die Videoautomaten zurückgeschickt werden könnte.
Trotz dieser Schwächen sorgt das Spiel in der Gemeinschaft für einige amüsante Momente. Das Chaos im Multiplayer-Modus, das Friedlichkeit zu einem Relikt der Vergangenheit macht, wird sicher viele Spieler auf die Kante ihrer Sofas bringen. Drifting für Speed-Boni, waghalsige Flugmanöver und der Austausch explosiver Inhaltserzeuger sind Elemente, die durchaus für Adrenalin sorgen können, auch wenn sie oft in einem Nebel aus Oberflächlichkeit untergehen. Der frustrierende Aspekt der „Rubberbanding“-Mechanik, die es macht, dass die Ungeschlagenen oft unerreichbar fern scheinen, funktioniert ebenfalls nur begrenzt als Ausgleich für routinierte Spieler; unbeholfen wird versucht, die Spannung im Rennen zu halten.
„Sonic Racing: CrossWorlds“ ist also ein Spiel von vielschichtigen Ideen, das sich durch die Dimensionen wühlt, wie Sonic selbst: schnell, fordernd, aber auch inkonsequent. Der Vielzahl der Optionen steht eine Dringlichkeit entgegen, die bemängelt, dass die Belohnungen oft nicht den Sprüngen und Drifts gerecht werden. Alte Hasen wissen es besser: Auf den Strecken dieser Farbenpracht und dem bunten Potpourri von Charakteren bleibt die Frage, ob Sonic wirklich für die Dauer auf den Karts auf der Überholspur bleibt oder ob er sich seiner Vergangenheit so stark verhaftet hat, dass er nicht mit den modernen Zeiten mithalten kann. Das Rennen hat gerade erst begonnen.
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