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RoboCop: Rogue City – Unfinished Business: Ein weiteres Kapitel in der Dystopie
Es gibt diese Momente, in denen das alte Gefühl wieder auflebt, als ich mit dem ersten RoboCop Film in Berührung kam. Ein nostalgischer Blick auf die Leinwand, als Alex Murphy zum Cyborg wurde und gegen das Verbrechen in einem dystopischen Detroit kämpfte. Der Schock, die satirische Ironie und die brutalen Skrupellosigkeiten des Lebens unter der Herrschaft von OCP (Omni Consumer Products) – all das ist das Erbe, das RoboCop bis heute begleitet. Mit RoboCop: Rogue City hat Teyon versucht, dieses Erbe in die Welt der Videospiele zu transportieren und dabei das Konzept des „Power Fantasy“ neu zu definieren.
Im Jahr 2023 sagte ich, dass Rogue City ein Sequel verdient hätte. Die Welt, die Teyon erschuf, war wie ein Zwiebel: Schicht für Schicht offenbarten sich narrative und spielerische Tiefen. Zu meinem Erstaunen wurde das neueste Kapitel des Franchise – RoboCop: Rogue City – Unfinished Business – angekündigt, nicht als DLC, sondern als eigenständiges Produkt. Ein faszinierender Ansatz, der die Frage aufwarf: Was bleibt von Rogue City hängen, und kann diese “Nebengeschichte” wirklich ohne das Fundament ihres Vorgängers bestehen?
Ein prägnanter Aspekt der ersten Episode war die Abkehr von den Konventionen typischer Shooter. RoboCop zeigte sich dort nicht als unbesiegbarer Held, sondern als verletzlicher Mensch aus Metall. Ein langsamer Gigant in einem ständig von Chaos und Mord heimgesuchten Detroit. Die Entscheidungen, die der Spieler zu treffen hatte, waren nicht nur vorgenommene Handlungen, sondern moralische Dilemmata, in einer Welt voller Grautöne.
In Unfinished Business kehrt RoboCop zurück zu seiner Polizeistation, der nun mit den Leichnamen gefallener Kameraden übersät ist. Hier wird die Handlung auf interessante Weise in die Zeit zwischen RoboCop 2 und RoboCop 3 eingeordnet. Doch genau an diesem Punkt beginnt die Enttäuschung. Wo die erste Episode mit stabilen, offenen Welten glänzte, fühlt sich Unfinished Business wie ein Rückschritt an. Anstatt die lebendige, pulsierende Stadt Detroit zu erkunden, finden wir uns in einer trostlosen, nahezu leeren OCP-Wohnanlage wieder.
Die Dystopie, die einst voller ironischer Kommentare steckte, präsentiert sich nun in einem statischen Setting, wo jeder Gang, jede Ecke und jedes Level sterile Klischees einer dystopischen Zukunft mitschwingen. Während Rogue City durch spannende Interaktionen mit den Bewohnern der Stadt glänzte, wird in Unfinished Business der Putz greifbar und der als bedrohlich empfundene Raum lethargisch.
Die Fragen nach Menschlichkeit und Identität, die das Herzstück eines jeden RoboCop-Arcs bildeten, verlieren hier allmählich ihren Pfiff. Man kann nicht umhin zu bemerken, dass die Erzählstränge um Erinnerungen und menschliche Interaktionen an Glanz verlieren, wenn sie in den gleichen Hallen immer wieder erzählt werden. Teyon muss sich die Frage gefallen lassen, ob nicht mehr Intensität in der Gestalt von innovativen Quests und mutigeren Entscheidungen gefehlt hat.
Ein Beispiel ist die Nebenquest, bei der wir einem alten Mann helfen, seine verschwundene Frau zu finden. Eine Anfrage dem Leben und Bewegung zu entlocken, die sich als weitreichend trivial herausstellt. Man läuft ein paar Schritte, scannt zwei NPCs und schon ist die Quests abgeschlossen. Wo sind die tiefen emotionalen Verwicklungen, die man von dieser Ikone des Popkultur-Heroes erwarten würde?
Das ursprüngliche Gefühl des wettersicheren RoboCop, der mit einem zähen Schuss aus der Auto-9-Pistole jede Gefahr abwehrt, bleibt erhalten. Es gibt zwar ständige Abwechslung durch neue Waffen und Techniken, dennoch zehrt die repetitive Action über längere Strecken an der Benutzererfahrung. Das Hin und Her in langen Hallen wird dann fast vorhersehbar, wenn sich die Gegner nach dem Prinzip der „Monster-Close“ aus den Wänden auftun.
„Unfinished Business“ scheitert nicht daran, Spaß zu bieten, doch es handelt sich eher um eine Rückkehr zu den Ursprungsideen des Franchises als einen wagemutigen Vorstoß in neue Horizonte. Teyon hat mit Rogue City sicherlich Pionierarbeit geleistet, doch dieses Mal hat die Magie gefehlt. Das leichte Konzept der „Nostalgie“ kommt daher als unfertiger Rahmen, der die Beine strauchelnd hin und her bewegt, während ich auf den großen Wurf warte, der RoboCop aus dem zähen Griff des Stagnierens befreien könnte.
Jeder Treffer fühlt sich gut an, aber das Spiel ruft keinen bleibenden Eindruck hervor. Dennoch bleibt die Hoffnung lebendig: Vielleicht ist dieses Standalone-Projekt nicht das Ende der RoboCop-Reise, sondern vielmehr das Zwischenspiel vor dem großen Finale. Wer weiß, was im Schatten der dystopischen Hochhäuser von Detroit auf uns wartet? Ein echter Sequel? Ein Experiment, das die Essenz des RoboCop neu entfaltet?
In der Welt der Spiele ist nichts unmöglich, und während Unfinished Business vielleicht nicht den gewünschten Aufruhe entfaltet hat, bleibt die Frage offen: Welche unerforschten Tiefen des RoboCop-Universums sind noch zu entdecken?
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