
Entdecke jetzt die heißesten PS5 Angebote
Die Rückkehr des ninjutsu: Ein Blick auf Ninja Gaiden: Ragebound
Am Anfang war es das Fehlen des Rückstoßes, das mir ins Auge fiel. In den glorreichen 80ern, als Pixel und Chiptunes in unseren Wohnzimmern regierten, wurde der ikonische Ninja Ryu Hayabusa oft wie ein unbeholfener Kegel hin- und hergeschubst, sobald er von einem Feind getroffen wurde. Es war der Stil des klassischen Plattformspiels, der Frustration mit einem unerbittlichen, aber auch faszinierenden Spielverlauf verband. Jahre später hat Ninja Gaiden: Ragebound dies wunderbar umgedreht. Anstatt ängstliche Rückschläge zu erleiden, steuert der neue Held Kenji die Dynamik des Spiels ganz nach seinem Gusto. Doch mit dieser kleinen, aber feinen Änderung wird viel mehr als nur der Spielspaß neu definiert.
Entwickler The Game Kitchen, Bekannt für das gefeierte Blasphemous, hat sich auf den Pfad gewagt, ein Spiel zu entwickeln, das die Wurzeln von Ninja Gaiden ehrt, ohne sich in Komplexität zu verlieren. Sie haben verstanden, dass die Essenz des alten Hardcore-Plattformers nicht durch zusätzliche Mechaniken verwässert werden sollte, sondern durch das Zurückkehren zu den Grundlagen des Designs. Ein Satz, der mir bei der ersten Spielsession durch den Kopf schoss, war: „Hier wird Tradition großgeschrieben, ohne in Nostalgie zu versinken.“
Die Ninja Gaiden-Trilogie des NES gehört zur Elite der brutalen Plattformspiele, hat sich gegen die übermäßige Komplexität anderer Titel behauptet und ist in die Videospielgeschichte eingegangen. Mit Kenji an der Spitze revitalisiert Ragebound die unverfälschte, schmerzhafte Freude, die nur ein echtes Ninja-Spiel bieten kann. Die traumhafte Kontrolle, die präzisen Bewegungen, der Nervenkitzel des Geschwindigkeitsrausches – all dies wird hier zelebriert. Der neue Ninja hat Stil, muss sich dennoch den Herausforderungen der Hintergrundgeschichte stellen – alte Klans, Dämonen, CIA-Agenten. Man fragt sich, ob es nicht auch spannend wäre, den Plot als absurd überhöhte Komödie anzulegen, das wäre Retro-Purismus pur.
Genau hier zeigt sich die Handschrift von The Game Kitchen. Die narrative Auslegung von Ragebound ist durchaus stimmig – wir wissen ja, dass Ninja-Geschichten oft durch kutschige, übertriebe Dramatik bestechen. Im Jahr 1988 geschah dies durch visuelle Cutscenes, die mit schlichten Pixelbildern arbeiteten, um eine Handlung zu konstruieren, die doch unterhaltsam war, auch wenn sie nicht viel Inhalt bot. In Ragebound kann ich nicht umhin, einen Hauch dieser Subversivität zu vermissen. Statt das Unverständliche, das Bizarre und das Tragikomische weiter zu kultivieren, bleibt die Erzählung brav und glatt.
Die Action selbst ist der eigentliche Star in diesem Ninjaspektakel. Autoren von Reviews neigen dazu, die Strategie mit der Technik zu vergleichen – besonders bei Action-Spielen, in denen jeder Sprung über einen Abgrund eine Art Tänzerische Balancierkunst verlangt. Die neuen Mechaniken wie Guillotine Angriffe, die Kenji ermöglicht, sind eine Hommage an präzise Steuerung. Man wird verführt, die Dynamik zu erkennen, in der Geschwindigkeit und Genauigkeit gleichwertige Partner sind. Keines der Level wird langweilig oder fühlt sich überstürzt an; oft hat man den Eindruck, im Wettlauf gegen die Zeit einen feurigen Tanz auf dem Bildschirm aufzuführen.
Wenn man dann die Möglichkeit hat, als Kumori – eine rivalisierende Ninja-Kriegerin mit ihren eigenen Moves – zu spielen, wird das Spiel noch dynamischer, fast wie eine Dualität der Ninja-Kunst in einer tänzerischen Choreografie. Man fragt sich recht schnell: Dass es in einem Spiel über Ninjas so viele moderne Elemente gibt, bedeutet das nicht auch einen Bruch mit der Tradition? Doch was sind schon Regeln, wenn sie den Flow unterstützen?
Und dennoch bleibt eine ganz zentrale Frage: Ist Ragebound wirklich ein Rückgriff auf die Tradition, oder ist es nur eine neue Verpackung alter Kammerjägermechanismen? In Zeiten, in denen die Gaminglandschaft von modernen Assassinen und übertriebenen RPG-Elementen geprägt ist, ist es erfrischend zu sehen, dass der Retrofaktor hier immer noch existiert. Reine Action, präzise 8-Bit Esthetik, die an die harten Tage von NES erinnert – das ist der essenzielle Kern, und The Game Kitchen versteht es, die Balance zwischen Nostalgie und Erneuerung zu wahren.
Die Levels sind kurz und knackig, perfekt für zwischendurch und laden dazu ein, die einzelnen Abschnitte mehrmals zu spielen. In einer Welt, die oft von Immersion getrieben wird, lässt Ragebound die Spieler an der Oberfläche der Herausforderung kratzen, um das wahre Können zu zeigen. Das Scheitern wird hier nicht als Alienation dargestellt, sondern als Anreiz, kreativ zu werden und Strategien abzuändern, was dem Spiel eine gewisse spielerische Tiefe verleiht.
In Ninja Gaiden: Ragebound schwingt die Essenz des Ninja im Rhythmus einer dynamischen Symphonie aus Pixeln und Code. Zwar haucht es den alten Traditionen neues Leben ein, meidet aber den übertriebenen gezielten Fan-Service. Es ist eine Einladung, eine Herausforderung, die nie lethargisch wird. Während ich Kenji nun wieder in Schwertkampf und Herausforderungsrennen auf der Pixelbühne folgend spiele, frage ich mich: Was kommt als Nächstes? Denn die Rückkehr der Ninja ist erst der Anfang – und die Staunen, die sie bringen, hat gerade erst begonnen.
Entdecke jetzt die neuesten PS5 Spiele auf Amazon