Ich bin dein Biest Rezension

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I Am Your Beast: Wenn das Rückzugsgebiet zum Schlachtfeld wird

In einer Welt, in der die Natur friedlich flüstert und die Bäume den Wind sanft umarmen, möchte All Harding nichts sehnlicher, als sein einfaches Leben im Wald zu genießen. Doch der beschauliche Rückzugsort wird jäh gestört, als General Burke vor der Tür steht – oder besser gesagt, seine Soldaten. „Wir brauchen dich für eine letzte Mission“, klingt es monoton, als wäre es der übliche Anruf für einen schwer ausgelasteten Büroarbeiter. Doch für Harding, der lediglich ein Leben in Stille sucht, wird diese Aufforderung zum Ausgangspunkt einer brutalen Jagd. Denn seine Antwort ist alles andere als diplomatisch: Er schickt Burkes Leute zurück in die Erde.

So entfaltet sich in „I Am Your Beast“ eine blutige Choreografie aus anhaltendem Feuergefecht, akrobatischen Moves und einer Prise makaberen Humors. Das Spiel ist ein rasantes First-Person-Shooter-Erlebnis, das visuell an ein Comicbuch erinnert – die brutales Ästhetik lässt den Spieler unweigerlich an eine Mischung aus „XIII“, „Rambo“ und „Doom“ denken. Jede Mission ist ein kurzer, aber intensiver Ausflug in eine Welt voller Gewalt und schwarzem Humor, unterteilt in vier verschiedene Modi: Geschichte, Herausforderung, COI Support Group und Cold Sweat.

Je nach Mission können die Ziele variieren – mal gilt es, sämtliche Gegner zu eliminieren, mal müssen Satellitenverbindungen zerstört und Gegnerwellen einfach überstanden werden. Am Ende jeder Herausforderung wird der Spieler nach Geschwindigkeit und Stil bewertet; von einem bescheidenen D bis hin zum begehrten S-Rang – ein System, das sowohl Druck als auch Motivation schafft.

Die Kampfmechanik ist ebenso einladend wie brutal. Harding hat eine erstaunliche Vielfalt an Optionen zur Verfügung: Er kann wie ein Mario in der erstklassigen Videospielwelt auf dem Kopf eines Feindes landen, Baumrinde als Waffe nutzen oder mit einem Präzisionswurf seine Kampfmähen zwischen den Zeilen durchzaubern. Pistolen, Schrotflinten, Sturmgewehre und Scharfschützengewehre sind nur der Anfang; die Waffe des kreativen Mörders kann jeden Moment wechseln. Ist die Munition zur Neige gegangen? Kein Problem, dann wird eben das Werkzeug des Todes selbst zum Wurfgeschoss. Und wenn es darauf ankommt, kommen auch Claymore-Minen und RPGs in den Einsatz – für den gewissen „boom“ inmitten des Chaos. Rückblickend sagt man nicht umsonst: Alles wird lauter, wenn das Umfeld mit explodierenden Fässern gespickt ist.

Die Geschwindigkeit, mit der sich „I Am Your Beast“ entfaltet, bietet eine echte Herausforderung, die sowohl präzises Timing als auch scharfen Verstand erfordert. Sie hetzt die Spieler von Feind zu Feind und zwingt sie dazu, ständig in Bewegung zu bleiben – eine Aufgabe, die auch bei den besten Reflexen gelegentlich Stress und Überforderung mit sich bringt. Die nächtlichen Missionen, die visuell eindrucksvoll gestaltet sind, leiden leider unter Sichtproblemen, was die Navigation erschwert und den Spielfluss stört.

Mit den zwischen den Missionen platzierten Cutscenes erzählt das Spiel seine Geschichte auf unerwartet unterhaltsame Weise. Die Interaktionen zwischen Harding und den Soldaten sind nicht nur spannend, sondern sie spiegeln auch die psychologischen Dimensionen des Konflikts wider. Soldaten unterhalten sich über die Angst, die sie vor Harding empfinden – eine Mischung aus Respekt und Furcht, die selbst den kaltblütigsten Krieger in die Enge treibt. Besonders bemerkenswert ist der COI Support-Gruppe-Modus, in dem die Erlebnisse der überlebenden Soldaten aus ihrer eigenen Perspektive präsentiert werden. Hier wird der Spannungsbogen erweitert, und die Herausforderungen des Überlebens werden greifbarer.

Die musikalische Begleitung des Spiels, eine dynamische Komposition aus dröhnenden Synthesizern und harten Gitarrenriffs, verstärkt die intensive Atmosphäre und unterstreicht den unglaublich unterhaltsamen Stil des Spiels. Dennoch bleibt der visuelle Aspekt nicht hinter der Musik zurück: Die comicartige Gestaltung und detailreiche Umgebung tragen zur immersiven Erfahrung bei. Doch hier bleibt der faden Beigeschmack: Während die Tageslevels prunkvoll erstrahlen, könnte man sich bei den Nachtmissionen etwas mehr Licht wünschen – die Dunkelheit wird manchmal zur übertriebenen Metapher, die den Spielfluss hemmt.

„I Am Your Beast“ ist ein Spiel, das auf seine Weise den beschleunigten Adrenalinschub sucht und sich dabei selbst nicht zu ernst nimmt. Der überdrehte Humor und die handlungsbetonte Erzählweise bringen frischen Wind in das Genre des First-Person-Shooters – ein angenehmer Ausblick auf die Gewalt, die er offenbart, lässt einen über die Sprüche und die hektischen Gefechte schmunzeln. Während das Spiel zur tödlichen Jagd für Harding wird, bleibt die Frage, ob wir ihm auf diesem gefährlichen Pfad folgen oder in der friedlichen Dunkelheit verweilen.

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