Hirogami Rezension | TheSixthAxis

Hirogami hero500

Entdecke jetzt die heißesten PS5 Angebote

Hirogami: Ein Papier-Abenteuer

In einer Zeit, in der die Welt mehr und mehr digitalisiert wird und virtueller Realismus einen neuen Höhepunkt erreicht, setzt Hirogami auf eine ganz eigene, charmante Ästhetik: Origami. In diesem Plattformspiel wird die gesamte Umgebung aus Papier gefaltet, und auch unser Protagonist, Hiro, ist nichts anderes als ein clever gestalteter Origami-Mensch. Mit einem windschlüpfrigen Umhang ausgestattet, könnte man fast geneigt sein zu denken, die Entwickler hätten hier ein Kinderspiel erschaffen. Aber was ist Hirogami wirklich? Und ist es eine Reise wert – oder sollte man lieber die Faltwand zurücklegen?

Der Zuschauer und die Gefahren des Blights

Hiro ist mehr als nur ein Stück Papier. Er war einmal fähig, sich in verschiedene Formen zu falten, um das vergiftete Land zu retten. Dieser „Blight“ hat jedoch nicht nur die Landschaft verwüstet, sondern auch Hiro selbst seiner Fähigkeiten beraubt. Nun ist er gefangen in seiner humanoiden Gestalt, die ihm weniger Mut verleiht, als man annehmen könnte. Seine Mission: Korrupted temples zu reinigen und verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen. Es ist ein klassisches Motiv in der Videospielwelt, doch Hirogami verknüpft dieses Konzept auf reizvolle Weise mit Origami.

Die Möglichkeit, sich in vier unterschiedliche Tierformen zu verwandeln – Armadillo, Frog, Gorilla und Bird – bietet nicht nur Abwechslung, sondern auch strategische Tiefe. Jedes Tier hat einzigartige Fähigkeiten: Als Armadillo rollt man durch die Widersacher und überwindet Hindernisse, während der Gorilla die Kraft hat, Objekte zu zertrümmern und sich von Liane zu Liane zu schwingen. Besonders interessant ist die Vogel-Form, die eher wie ein fliegender Kampfjet funktioniert – ein unerwarteter Twist in einem Spiel, das sich anfangs sehr bodenständig anfühlt.

Faltbare Freiheit und frustrierende Herausforderungen

Die Steuerung ist einfach und intuitiv: Mit einem Knopfdruck wird man zum flachen Stück Papier, das durch schmale Passagen gleitet und durch Luftzüge schwebt. Doch hier beginnt das Dilemma – das Spiel zeichnet sich zwar durch eine charmante Mechanik aus, die das Falten und Entfalten belebt, gleichzeitig ist es aber auch anfällig für kleine Frustrationen. Oft bleibt man in der Szenerie stecken, wenn man zu hastig umschaltet, was den Spielfluss unterbricht. Es ist, als wäre man an einen Faltcharme gebunden, der sich nicht ganz entfalten kann.

Eine Welt der visuellen und akustischen Kontraste

Die Grafik begeistert mit ihrer Kreativität und Liebe zum Detail; das gesamte Spiel könnte man als Kunstwerk bezeichnen. Doch während die visuelle Gestaltung besticht, bleibt der Soundtrack hinten an. Oft wird fröhliche Musik gespielt, die nicht zum tonalen Kontext passt. Wenn man etwa an einer Lavaströmung entlang schlüpft und dabei einen fröhlichen Jingle hört, klingt das surreal und wenig stimmig. Es erinnert eher an einen Zirkusauftritt, anstatt an einen ernsthaften Kampf gegen das Chaos.

Wie oft in Plattformern sind die Kämpfe ein zweischneidiges Schwert. Einige gegnerische Kreaturen, die wir in den Kämpfen antreffen, klingen spannend, gestalten sich aber schnell als frustrierend. Die ständigen Schild-Mechaniken von einigen Feinden können den Spieler mehr zermürben als fordern; das Gameplay wird mehr von Zufall und Chaos als von kluger Strategie geprägt. Besonders der Armadillo hat sich als durchschlagend herausgestellt: hineinrollen, alles zerschlagen, Spaß haben – so einfach lässt sich die Mechanik umreißen.

Verwirrende Strukturen und wallende Gedanken

Apropos Chaos: Die Spielstruktur könnte dem einen oder anderen ein mulmiges Gefühl bescheren. Das ständige Hin- und Herwechseln zwischen Leveln und der Overworld-Map erzeugt ein Gefühl von Frustration. Man hat das Gefühl, einer erratischen Schatzsuche nachzujagen, bei der die Schätze nicht immer auf der Karte eingezeichnet sind. Gelegentlich wird die Belohnung für das „Reinigen“ eines Tempels fast zu lächerlich, wenn es sich nur um eine schnelle Kletterpartie an einer Liane handelt.

Die Frage ist: Was möchte Hirogami sein? Ein kinderfreundliches Abenteuer, das zum Mitmachen animiert? Oder ein ambitioniertes Projekt, das mit Ernsthaftigkeit und Tiefe aufwarten will? In den stillen Momenten, in denen das Spiel die Zeit bleibt, wird das Potenzial deutlich, das in der Kombination aus Origami-Ästhetik und einem Helden aus Papier schlummert. Doch ohne präzise Steuerung, ausgeglichene Kämpfe und eine durchgängige audiovisuelle Erfahrung bleibt das Versprechen, das все in Hirogami steckt, schwer greifbar. Jedes Falten birgt Risiken – wer wird die Oberhand behalten?

Entdecke jetzt die neuesten PS5 Spiele auf Amazon