Herdling Bewertung | TheSixthAxis

Herdling hero500

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Herdling: Eine Reise durch Emotionen und Ziegenliebe

Stellen Sie sich vor, Sie wachen in einem verwahrlosten urbanen Bereich auf, der vom Verfall gezeichnet ist. Umgeben von der Hektik einer Welt, die so unbarmherzig wie schön ist, entdecken Sie eine Gruppe seltsamer, horntragender Wesen – die Calicorns. Diese Mischung aus Ziegen und Fantasiewesen sind nicht nur Ihre Begleiter; sie sind das Herzstück von „Herdling“, einem Spiel, das sowohl eine nostalgische Reise als auch eine emotionale Entdeckung ist.

Ein sanfter Einstieg ins Chaos

Die Eröffnungsszene von „Herdling“ stellt den Spieler in eine beklemmende, ja fast dystopische Umgebung. Doch statt mit Gewalt oder Bedrohung konfrontiert zu werden, begegnet man Calicorns in verschiedenen Formen und Größen, von majestätischen, alten Kreaturen bis hin zu kleinen, flauschigen Gefährten, die durch das Dickicht hopsen. Es ist ein konstanter Wechsel zwischen der ruppigen Realität der Stadt und dem zauberhaften Leben dieser Tierchen. Und dann beginnt das Abenteuer: Durch einfache Knopfdrücke herdren Sie Ihre neuen tierischen Freunde durch die Straßen, in eine Welt voller Puzzles und Hindernisse.

Die Herausforderungen der Herdenführung

Doch so beruhigend und sanft die Grafik und die Musik auch sein mögen, das Gameplay bringt auch einige Herausforderungen mit sich. Das Steuern der Calicorns kann schnell zur Geduldprobe werden. Der Spieler muss hinter einem der Kreaturen stehen und einen blumigen Cursor mithilfe des Joysticks benutzen, um die Herde zu dirigieren. Oft aber sind die Calicorns viel schneller als der Cursor, und das sorglose Hopsen versetzt den Spieler in einen ständigen Zustand des Frusts, während man versucht, das leuchtende Ziel in Sicht zu halten. Es ist, als hätte ein Entwickler mit einer Maus gearbeitet, nur um festzustellen, dass die Steuerung diesmal mit einem Controller stattfinden muss – eine unschreckliche Mischung, die an einigen Stellen ungewollte Komik erzeugt.

Emotionen zwischen den Zeilen

Doch trotz dieser Herausforderungen gelingt es „Herdling“, die Spieler auf einer emotionalen Ebene zu berühren. Wie in Journey gibt es keine Dialoge, sondern Geschichten, die sich durch Bilder und Klänge entfalten. Hier erlebt man Momente der Zuneigung zu den Calicorns: man gibt ihnen Namen, streichelt ihr weiches Fell, und gelegentlich spielt man mit ihnen – eine rührselige, wenn auch begrenzte Interaktion, die schnell zur Routine wird. Der Charme des Spiels leidet ein wenig darunter, dass es an Anreizen für tiefere Interaktionen mangelt, nachdem man das erste Mal mit seinen Geschöpfen gespielt hat.

Ein Fest der Sinne

Die grafische Gestaltung von „Herdling“ bietet, in Kombination mit der eindrucksvollen Musik des Komponisten Joel Schoch, ein Fest der Sinne. Die beruhigenden Flötenklänge und lebendige Hintergrundmusik ziehen einen in die sanften Wiesenlandschaften. Die Möglichkeit, durch neblige Felder und glitzernde Blumenmeere zu gallopieren, während die Musik anschwillt, lässt das Herz eines jeden Spielers höher schlagen. Es sind diese „magischen“ Momente, die das Spiel nicht nur zu einem visuellen Genuss machen, sondern auch dazu führen, dass man die kleinen Calicorns im Herzen trägt.

Der schmale Grat zwischen Freundschaft und Verantwortung

Doch können wir die süßen Wesen der Calicorns lieben, wenn wir sie gleichzeitig opfern müssen? Die Spieledynamik zwingt den Spieler oft dazu, strategische Entscheidungen zu treffen, wenn größere Bedrohungen durch Raubvögel auftauchen. Diese Szenen sind sowohl herausfordernd als auch tragisch, da Verletzungen und der Verlust eines Calicorns unerbittlich ihren Tribut fordern. Man fragt sich, ob es moralisch vertretbar ist, einen Calicorn zum Opfer zu bringen, nur um den Rest der Herde zu retten. Ein ewiger, innerer Konflikt entfaltet sich, der sich durch das gesamte Spiel zieht.

Ein offenes Ende

„Herdling“ ist mehr als nur ein Spiel – es ist ein Erlebnis, das mit der eigenen Empathie und Vorstellungskraft spielt. Es fordert den Spieler heraus, eine Verbindung zu den Calicorns aufrechtzuerhalten, während die Steuerung gleichzeitig frustriert. Ob man jetzt bereit ist, die Verantwortung für das Wohlergehen dieser tierischen Begleiter zu übernehmen oder nicht, wird letztendlich zur persönlichen Herausforderung. Vielleicht ist das der wahre Zauber von „Herdling“: die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Spiel und Emotion, zwischen Verlust und Freude. Wer weiß, vielleicht tragen wir am Ende alle ein wenig von den Calicorns in unserem Herzen – und in unserem Schmerz.

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