Formula Legends Bewertung | TheSixthAxis

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Ein bunter Ausflug in die Formel-1-Welt: Die charmante Rennfahrt von Formula Legends

In einer von Konsolen und riesigen Softwareschmieden bestimmten Gaming-Landschaft hat es sich ein unerschütterlicher Indie-Entwickler zur Aufgabe gemacht, die glanzvollen Rennstrecken der Formel 1 durch eine rosarote, hyper-deformierte Linse zu betrachten. Formula Legends, so der Titel dieser Mischung aus Nostalgie und frischem Gameplay, tut genau das: Es nimmt die schnellsten Autos der Welt und versetzt sie in einen Cartoon, der sowohl charmant als auch herausfordernd ist.

So treten wir in die kunterbunte Welt von Formula Legends ein, die uns durch die Jahrzehnte der Formel 1 entführt – allerdings in einer deutlich abgespeckten Version. Wir unterhalten uns weniger über offizielle Lizenzen und mehr über Denkanstöße und Humor, denn die Formeln, die wir hinter dem Steuer lenken, tragen farbenfrohe, fiktive Namen wie Danny Ricchiordi oder Luis Hammerton, die gewelltem Fahrern wie Daniel Ricciardo und Lewis Hamilton nachempfunden sind. Und wie gut tut es, in der Welt des Rennsports auch zur Abwechslung ein Schmunzeln zu finden, wenn wir auf Batteri Voltas oder Hans Troll treffen, die mit einem frechen Augenzwinkern und einem verstohlenen Lächeln die Runde drehen.

Es ist ein waghalsiger Versuch, den Motorsport neu zu beleuchten. Der Weg durch die Geschichte der Formel 1 erscheint in der Story Mode von Formula Legends wie eine Zeitreise in ein alternativer Universum. Mit dem Start in den chaotischen 1960er Jahren, gekleidet in sepiafarbige Texturen, schwingt der Spieler durch verschiedene Epochen, in denen die Autos immer schneller und die Strecken immer anspruchsvoller wurden. Es ist ein Versprechen, das sowohl versierte Rennsportenthusiasten als auch unerfahrene Neulinge anspricht. Doch, wie oft im Leben, ist die Realität nur halb so rosig, wenn man den Fahrersitz betritt.

Die Handhabung dieser kleinen Rennautos ist ebenso knifflig wie die großen. Das Spiel macht sich einige Freiheiten, die für den Arcade-Stil typisch sind, lässt dir allerdings auch den Raum, das Gaspedal richtig zu drücken oder mit den besten Performance-Strategien zu experimentieren. Wer auf „Leicht“ spielt, wird im Nu zur Geschwindigkeitsbestie. Auf „Normal“ steigt der Adrenalinspiegel jedoch erheblich, und der Wettkampf verlangt dein volles Können.

Fortgeschrittene Spieler wissen: Das Überholen erfordert ein feines Gespür für jede Kurve. Das KI-Verhalten der anderen Fahrer ist ein Charakterzug, der teils frustriert und teils schockiert. Aggressivität ist ohne Zweifel ein Kernbestandteil des Spiels. Einmal abgeschossen, wird das Fahren fast zur Straßenkunst, während die Gegner sich gefährlich nah an jede Welle der Strecke wagen.

Genau hier begegnen wir dem spannendsten Aspekt von Formula Legends: Es ist ein Spiel, das versucht, sowohl Ehre und Ernst des Motorsports zu bewahren und gleichzeitig ein freundliches Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Die pit stops sind kleine Minispiele, die inmitten des unfassbaren Tempos der Rennen Unterbrechungen zulassen, während der Spieler mit dem Controller kämpft, um im richtigen Moment den besten Reifenwechsel zu vollziehen. Nostalgische Erinnerung an die eigene Kindheit, als man mit Spielzeugautos im Garten Rennen gefahren ist, wird wachgerufen und gleichsam als elementarer Teil des Spiels zur Schau gestellt.

Doch die charmante Erfahrung hat ihre Grenzen. Der Mangel an mehreren Fahrern, der gerade einmal 14 Passagiere auf die Strecke lässt, ist gerade im Vergleich zu den 20 Piloten, die man aus der echten Formel 1 gewohnt ist, ein spürbarer Rückschritt. Außerdem sind die 14 zur Verfügung stehenden Strecken eher wiederholend und nur durch verschiedene Epochen aufgewertet – die Vielfalt ist hier noch ausbaufähig.

Wahrhaft entblößt werden die Schwächen des Spiels, wenn man über den grafischen Anspruch nachdenkt. Der Hochleistungskonsolen-Genuss auf der PS5 bietet atemberaubende Bildraten und für das Genre ansprechende Grafiken. Der Nintendo Switch hingegen kämpft mit stellenweise bedrückender Pop-Up-Graphik und schlechten Ladezeiten, die den Eindruck von Lebendigkeit rauben, besonders wenn man das hektische Tempo im Hinterkopf hat. Es ist ein klares Zeichen, dass Formula Legends vor allem für die „Power-Player“ gedacht ist.

Die spielerische Erholung ist keineswegs zu vernachlässigen; die einfachen Layouts der Strecken geben der Jagd nach dem Podium etwas Spaß zurück, während die nostalgischen Anspielungen auf technologische Entwicklungen und historische fahrerische Momente frische Erkenntnisse für eingefleischte Formel-1-Fans bereithalten. Doch wie in jeder kleinen Indie-Filmschatztruhe könnte es ebenfalls mehr geben: Mehr Streckenlayouts, mehr Herausforderungen oder vielleicht eine multiplayer-komponente, die die chaotischen Rennen noch aufregender machen könnte.

Aber wer weiß? Vielleicht erhalten wir in naher Zukunft ein Update, das die Lücken füllt und bei allen F1-Fans ein unterdrücktes Lächeln hervorruft. Bis dahin bleibt Formula Legends ein charmantes Abbild des Genres, mit einem Herz, das für die Faszination des Motorsports schlägt und uns zeigt, dass Ernsthaftigkeit und Freude im Spiel doch Hand in Hand gehen können. In einer Zeit, in der die Entwicklung von Spielen oft zu einem Wettlauf um Lizenzen und Realismus wird, bleibt der Indie-Entwickler ein mutiger Abenteurer in einem bunten Rennen voller Möglichkeiten.

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