Edens Zero Rezension (PS5) – digitalchumps

edens zero 5

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In der dynamischen Welt der Videospiele sind Anime und Manga längst kein Neuland mehr. Doch während viele Titel die fantastischen Erzählungen und faszinierenden Charaktere oft nur wenig überzeugend in ein Spiel umsetzen, gelingt es wenigen, das Herz des Originals wirklich festzuhalten. Insbesondere in der Gaming-Branche ist oft die Nostalgie der wahren Überbau, auf den zurückgegriffen wird – Namen, die Spiele verkaufen, selbst wenn sich die Präsentation nur als flach und uninspiriert herausstellt. Manchmal könnte man meinen, das Hauptziel sei es, schnell Gewinn zu machen, und nicht, den Fans eine bessere Erfahrung zu bieten.

Werfen wir also einen Blick auf Edens Zero, entwickelt von Konami. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass es sich um ein weiteres Produkt handelt, das sich nur an dem älteren, teils müden Tropus orientiert. Doch die Frage ist: Kann dieses Spiel die Emotion und die Dramatik des zugrunde liegenden Mangas einfangen, oder bleibt es auf der Strecke? Mein Eindruck ist gemischt, aber durchaus überwiegend positiv – ein Lob, das in dieser Nische nicht häufig vergeben wird.

Der Ursprung und seine Helden

Die Geschichte folgt Shiki, einem Jungen, der in einer verfallenen Freizeitparkwelt von Robotern großgezogen wurde. Die Erzählung könnte nicht klassischer sein: Freundschaft, Abenteuer, und der Kampf gegen das Unbekannte. Als Shiki auf die Content-Creatorin Rebecca und ihren Roboter-Kater Happy trifft, beginnt eine Reise durch das Universum. Die emotionale Verbindung zu den Charakteren wird fast sofort spürbar: Während Shiki versucht, seine „Freunde“ – die Roboter – am Leben zu erhalten, wird die verletzliche Seite des Helden sichtbar. Dieser emotionale Anker sorgt dafür, dass auch Neueinsteiger in die Welt von Edens Zero schnell mit den Figuren mitfühlen können.

„Ich habe das Gefühl, dass die Entwickler wirklich versucht haben, Seelen zu transportieren“, dachte ich mir, während ich durch die ersten Kapitel glitt. Hier wird der Respekt vor dem Original deutlich spürbar, und es gibt Momente, die sich im Gedächtnis einbrennen. Der Spieler wird unweigerlich in die Geschichte hineingezogen, und die emotionale Tragik des Protagonisten verleiht der Reise Gewicht und Substanz.

Gameplay: Einnehmend, aber nicht ohne Hürden

Die Übersetzung des Story-Elements in ein Spiel wird durch die Exploration der Spielmechaniken zur Herausforderung. Während Edens Zero mit angenehm unkomplizierten Steuerungen punktet, trüben einige Aspekte das Gesamtbild. Die Action-RPG-Struktur ist zweifellos vorhanden, inspiriert von Titeln wie Final Fantasy XVI, wobei die Mechanik fast intuitiv erscheint. Doch der Spielablauf leidet durch ein eklatantes Fehlen von Gegnern und einer begrenzten Vielfalt in den Kampfoptionen.

Was mir besonders positiv auffiel, war das Gefühl von Progression: Der schnelle Aufstieg im Level sorgt für Motivation, und das Sammeln von In-Game-Währung ermöglicht es, kraftvolle Items zu erwerben. „Jeder Schlag zählt!“, dachte ich mir beim Ausknocken von Gegnern und dem Aufsammeln der nötigen Ressourcen. Aber: Wo sind sie, die Gegner? Es scheint, als würde das Spiel den Schwierigkeitsgrad in unangenehmer Weise variieren, und die Läufe zwischen den Kämpfen fühlen sich oft leer und frustrierend an.

Die Wahl der Spielweise und ihre Konsequenzen

Hier kommt die wirklich spannende Frage ins Spiel: Wie soll man die Welt erkunden? Die Entscheidung zwischen einer Story-orientierten Erzählweise und einer offenen Welt bringt zwar Möglichkeiten mit sich, führt aber auch zu frustrierenden Momenten, die die Spieldynamik schmälern. „Will ich tatsächlich die tiefere Story genießen oder Gottes Komödie als Grinder durch die Welt schlendern?“

Die Anfänglichkeit der Wahl ist verführerisch, aber schnell stellt man fest, dass das offene Spielkonzept nicht gut genug belohnt wird. Man möchte doch in dieser fantastischen, wenn auch manchmal leeren Welt kämpfen, aber stattdessen erhält man einen gefühlt endlosen Spaziergang zwischen den Treffern. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach in der Natur der rollenspielaffinen Schreiberlinge großgezogen wurde, die bei jeder Ecke nicht einfach nur eine Story erwarten, sondern auch den herausfordernden Kampf.

Im Klartext: Die Balance zwischen Engagement und der Erledigung von Quests gerät hier aus dem Takt. Es vermittelt den Eindruck, dass man gehört, aber nicht verstanden worden ist. Der Fluss der Geschichte wird durch Langatmigkeit zwangsweise gestört, was etwa zur Frage führt – ist hier weniger mehr?

Abschaum der Universen und die Dunkelheit

Die Feinddarstellung mag im Kontext vergessen werden, hinterlässt jedoch einen bitteren Beigeschmack, insbesondere in einem Spiel, das sich um so viele helle und bunte Charaktere dreht. Es mag dem einen oder anderen gefallen, aber mehr Feinde und weniger leerer Raum wären ein Segen gewesen. Am Ende bleibt auf der Strecke, was dem Spielzusammenhang zu mehr Dynamik hätte verhelfen können.

Die Freude am Spiel kann immer wieder aufblühen, wenn man die Charaktere und die Welt entdeckt. Edens Zero bietet reichlich Potenzial und stellt sich dabei unter dem Banner eines charmanten Charakters und einer ansprechenden Geschichte dar. Wenn die Entwickler allerdings irgendwann einen Patch an einer der großen Baustellen vornehmen könnten, wie wäre es, eine von der unendlichen Leere geschaffene Fülle ins Gameplay einzufügen? Ich habe die Hoffnung, dass die Spieler-Community nicht zu sehr verlieren muss. Denn an jeder Ecke wartet auf uns eine neue Erfahrung, und das ist letztendlich das, was uns zum Spielen motiviert – der Antrieb, in unbekannte Welten vorzudringen und tief in Geschichten einzutauchen.

So bleibt es spannend, wie sich die Reise durch Edens Zero weiter entfaltet – mit klaren Mustern, emotionalen Momenten und einer tiefen Verbindung, die vielleicht sogar durch das Gameplay zur vollen Geltung kommen könnte. Denn gerade in der spannungsgeladenen Welt der Videospiele wird jede ungewisse Entwicklung ein neuer Grund sein, die Konsolen wieder zu entstauben und loszulegen.

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