
Entdecke jetzt die heißesten PS5 Angebote
Titanic Scion: Die Rückkehr der Giganten?
Wenn die Welt in Fernkämpfen und chaotischen Schlachten versinkt, gibt es für viele Spieler*innen kaum etwas Befriedigenderes als das Gefühl, in der Haut eines riesigen Roboters zu stecken. Gigantische Maschinen, die sich durch den Staub und die Ruinen einer post-apokalyptischen Welt wälzen, sind der Inbegriff des epischen Gameplays. So begründete der erste Teil der „Daemon X Machina“-Reihe seinen Kultstatus. Mit „Titanic Scion“ schreitet die Serie zwar mutig in neue Gefilde, doch der Umstieg von mächtigen Mechs zu agilen Exosuits sorgt für geteilte Meinungen.
Hierbei sprengt das Spiel die gewohnte Struktur einer mechzentrierten Erfahrung und wandelt sie zu einem flotten, dynamischen Playground, der sich eher nach „Anthem“ als nach „Armored Core“ anfühlt. Diese Dynamik hinterlässt zunächst einen schalen Nachgeschmack, entpuppt sich allerdings schnell als echter Glücksgriff: Die Gefechte sind temporeich, die Kontrollmechaniken fühlbar intuitiv. Und diese Frage nach dem „Warum“? Ein Rachefeldzug, der mit einem exemplarischen, durchtrainierten Exosuit startet, wirft gleich zu Beginn die ersten Fragen auf.
Die Welt von „Daemon X Machina“ ist eine unbarmherzige, von jahrhundertelangen Konflikten und revolutionären Aufständen geprägte Szenerie. Die ersten Schritte im Spiel führen uns durch eine Geschichte, die in den Abgründen politischer Ideologien und einer gespaltenen Menschheit verwurzelt ist. Die „Outers“, die von der Gesellschaft ausgegrenzten und mit besonderen Fähigkeiten gesegneten Menschen, entfesseln eine Rebellion gegen die „Reclaimers“, die einst ihre Peiniger waren. Doch anstatt auf den Schultern der riesigen Maschinen zu stehen, sind es nun agile Exosuits, die uns in den Kampf tragen – ein großer Umstieg, der nostalgische Stimmen laut werden lässt.
Die Charaktererstellung bietet eine erfreuliche Vielfalt: Mit einer Vielzahl von Möglichkeiten, vom Geschlecht über Frisuren bis hin zu Zubehöroptionen, wird jeden Spielerin eingeladen, seine/ihre eigene Version eines Rebellen zu gestalten. Man könnte natürlich darüber schmunzeln, dass es in dieser verwüsteten Welt einen langen Poncho gibt – aber egal, wie verrückt das klingt, ich war zufrieden mit meinem skurrilen Helden.
Wie kommt man dann also dazu, ein gefallener Held zu werden, der mit einem Exosuit in die Schlacht zieht? Nach einem dramatischen Intro, in dem wir vor dem Verlust unserer Identität bewahrt werden, indem unser Kamerad Nerve uns vor der „Entkernung“ rettet, ist die Antwort sofort klar: Wir sind nicht nur unter den Rebellierenden, wir sind die Rebellierenden – und die Aufregung, die damit einhergeht, ist ansteckend.
Im Arsenal, dem neuen Begriff für die persönliche Kampfmaske, kombiniert die Übertragung von Waffen und Fähigkeiten rasante Entscheidungen inmitten explosiver Action. Die Idee des Lootens wird hier zur zentralen Mechanik und bringt eine strategische Komplexität in den Kampfabläufen mit sich, während wir uns durch feindliche Läger kämpfen. Bei den unterschiedlichen Waffentauschmöglichkeiten wird klar: Spielen wir den unerschütterlichen Berserker, der die zweihandigen Waffen schwingt, oder den raffinierten Taktiker, der alles im Vorfeld plant? Diese Fragen erzeugen eine unbändige Motivation, das Spiel immer wieder auszuprobieren.
„Titanic Scion“ bietet uns die Möglichkeit, mit bis zu zwei Waffen pro Arm zu spielen, die sich jederzeit während der Kämpfe wechseln lassen. Momentum ist alles, und während wir durch die feindlichen Reihen rasen, ist es der Platzwechsel, der über Sieg oder Niederlage entscheidet. Multiplayer-Kämpfe, die im Team mit anderen Mitstreiter*innen erlebt werden können, fördern einen sozialen Aspekt, der die egoistische Natur des Kampfes aufbricht und ein Gemeinschaftserlebnis kreiert, das in einer dystopischen Kulisse umso mehr glänzt.
Diese Welt ist jedoch nicht nur durch das Wechseln der Waffen geprägt. Die Erkundung des „Grounds“ führt uns in ein graues Ödland voller schauriger Kreaturen und erbeuteter Technologie. Spieler*innen werden oft von den Intensitäten des Kampfs und der Entdeckungen übermannt, während sie neue verborgene Orte und Geheimnisse ausfindig machen. Der geschickte Einsatz von Fahrzeugen oder futuristischen Reittieren verwandelt ein sonst eintöniges Ödland in ein farbenfrohes Abenteuer, was den ursprünglichen mechanischen Fokus der Reihe fast vergessen lässt.
Die Technik selbst ist dabei – naja, sie ist „in Ordnung“. Auf der Switch 2 läuft das Spiel stabil bei 30 fps, lästige Ruckler in der Fahrzeugsteuerung trüben das Erlebnis jedoch gelegentlich. Die Hoffnung, dass patches oder Optimierungen eine flüssigere Bildrate bieten könnten, bleibt bestehen, denn das Potenzial, das durch das dynamische Gameplay und visuelle Design freigesetzt wird, ist unbestreitbar.
Die Zuschauer mögen einen beträchtlichen Einfluss von verschiedenen Spielen wahrnehmen – die Anklänge an „Xenoblade Chronicles X“, die Ästhetik eines „Dynasty Warriors“, aber auch das Loot-System ist angenehm nostalgisch und erinnert an „Borderlands“. Dennoch fühlt sich „Titanic Scion“ wie ein mutiger Schritt in unbekannte Gefilde an, der den vertrauten Pfad verlässt und uns dazu einlädt, die Klischees der mechgetriebenen Kämpfe erneut in Frage zu stellen.
Das Abenteuer hat einen unverkennbaren Anime-Charme und wird von einem mitreißenden, kraftvollen Soundtrack begleitet, der das Herz höherschlagen lässt und jede Schlacht zu einem kleinen, audiovisuellen Fest erhebt. Hinsichtlich der Entwicklungen dieser noch immer neuartigen Mechanik und der Verschiebungen des Spiels bin ich gespannt, wie das Publikum auf diese Mischung aus altbekannten und frischen Elementen reagiert.
Es bleibt also offen, ob „Titanic Scion“ über die bloße Faszination einer vertrauten Welt hinauswächst und es schafft, im Herzen der Fans einen dauerhaften Platz zu finden. Die Herausforderung des neuen Abenteuers, der gesellschaftlichen Umwälzungen und der mechanischen Action bleibt ein anregendes Thema – für alle, die bereit sind, sich auf dieses Experiment einzulassen.
Entdecke jetzt die neuesten PS5 Spiele auf Amazon