Baby Steps Bewertung – digitalchumps

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Baby Steps: Ein Spaziergang ins Absurde

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Morgens in einer Welt auf, in der die Gesetze der Physik eher Richtlinien sind, und in der Verrücktheit zum Alltag gehört. „Baby Steps“ macht genau das – es packt Sie in die kruden Füße von Nate, einem chaotischen Protagonisten, der mehr durch seine Missgeschicke als durch irgendwelche heldenhaften Taten auffällt. Hier ist ein Spiel, das nicht nur walkt, sondern schindert, frustriert und schlussendlich schmunzeln lässt.

Die Entwickler Maxi Boch, Gabe Cuzzillo und Bennett Foddy sind sich der Herausforderung bewusst, die sie mit „Baby Steps“ annehmen. Sie werfen den Spielern die Idee des klassischen Gamings direkt vor die Füße: „Was, wenn Bewegung schwerfällt? Was, wenn das Scheitern nicht nur Teil des Spiels, sondern der eigentliche Spaß ist?“ Diese Oberflächlichkeit ist gewollt und kündet schon zu Beginn von der absurdistischen Reise, die Sie erwartet. Das Spiel eröffnet mit Nate in seinem chaotischen Zimmer, wo die Frage gestellt wird, ob noch geschaut wird – ein treffender Kommentar zur gegenwärtigen Gamerkultur, die oft mehr Zeit mit Zuschauererlebnissen als mit dem Gameplay selbst verbringt.

In seiner Kernaussage ist „Baby Steps“ ein Spiel der Zähigkeit. Hier wird Ihre Geduld auf die Probe gestellt, nicht nur durch die grotesken Kontrollen, die Sie dazu bringen, Nate einen Fuß nach dem anderen setzen zu lassen. Es ist der Versuch, die digitale Form des Gehens zu meistern, der gleichzeitig Komik und Frustration auf unvergleichliche Weise kombiniert. Gehen Sie zu schnell und der arme Kerl fällt kopfüber in einen Strauch; bewegen Sie sich zu langsam und der Boden scheint zu verschwinden.

Die Dialoge in „Baby Steps“ wirken oft improvisiert – die Sprecher scheinen sich an der absurden Situation so sehr zu ergötzen, dass Sie sich nicht entscheiden können, ob Sie lachen oder weinen sollen. „Ich will einfach nur gehen!“, könnte man frustriert rufen, während Nate sich anscheinend gegen die Schwerkraft und das Universum aufbäumt. Und genau hier wird das Spiel spannend – „Baby Steps“ liefert nicht nur eine Spielmechanik, es erzählt eine Geschichte über Fehltritte, über Idiotie und über die Unfähigkeit, sich nicht selbst im Weg zu stehen.

Und so verblassen die Grenzen klassischer Game-Mechaniken. Die Welt, die Ihnen präsentiert wird, ist erstaunlich groß und voller geheimnisvoller Objekte. Alte Pyramiden aus Dosen, bizarre Lebewesen und skurrile Strukturen – alles wartet darauf, von Ihnen „erforscht“ zu werden, in Anführungsstrichen, denn einige Szenarien fühlen sich kaum nach Erkundung an, sondern mehr nach dem Versuch, einer unüberwindbaren Wand zu begegnen.

Eine Anekdote aus meinem Spielverlauf bleibt mir besonders im Gedächtnis: Nach gefühlten 2000 Schritten versuchte ich, über einen einfachen Felsen zu navigieren. Er fiel mir ins Gesicht – als ob eine unsichtbare Kraftgöttin beschloss, mir einen weiteren Schicksalsschlag zuzufügen. Ein neuer Rekord im Frustrationslevel. Nach dieser kleinen Katastrophe war ich mir sicher, dass meine Steuerung ein geheimes Leben führte, dass sie froh über jedes Mal, das ich fiel, alles andere als gerecht war. Und traurigerweise absurd: Die Welt um mich herum war voll von schrägen Charakteren – die bereits von ihrer Absurdität profitierten – während ich gerade dabei war, Nate ans Abgrund des Wahnsinns zu führen.

Das gesamte Spiel könnte als eine vielschichtige Metapher auf die Herausforderungen des Lebens betrachtet werden: Wie oft fallen wir? Wie oft erheben wir uns dennoch? Foddy, der kreative Kopf hinter Spielen wie „Getting Over It“, verbindet Hier den Humor mit der ernsten Zielsetzung, die Fähigkeit des Spielers zur Frustration und zur Überwindung auf die Probe zu stellen. „Baby Steps“ ist der Ort, an dem man sich über den eigenen Unverstand amüsieren sowie akzeptieren kann, dass jeder Fortschritt alles andere als linear ist. Jedes Hoch und Tief ist ein weiterer Schritt in einem chaotischen Tanz des Lebens.

Um im Bild zu bleiben: „Baby Steps“ ist wie das Gehen in einem verworrenen Labyrinth, wo jedes Umknicken zu einer neuen Entdeckung führen kann. Die Freiheit, die Spielwelt zu erkunden, ist durchsetzt mit den Herausforderungen des Scheiterns und die Komik, die diese Situationen mit sich bringen, lässt keinen Raum für Langeweile. Es ist ein Spiel über das Getrieben-Sein, das Scheitern und das wieder Aufstehen – garniert mit einem Hauch von Absurdität, die nicht jeder mag, aber die viele ansprechen könnte.

Während Sie sich in den schrägen Humor und die grotesken Situationen von „Baby Steps“ hineinschmeißen, bleibt die Frage – und vielleicht die Antwort – in einem schimmernden Nebel verborgen: Für wen ist dieses Spiel wirklich gedacht? Ist es für die Geduldigen oder die Impulsiven? Für die, die über ihre Misserfolge lachen können, oder für die, die in Schreikrämpfen enden? Vielleicht liegt die Schönheit von „Baby Steps“ darin, dass es diese Fragen gar nicht beantworten möchte und sich stattdessen freut, dass man ihm einen Versuch gibt. Immer einen Fuß vor den anderen setzen, Stück für Stück – vielleicht ist es das gerade, was man auch nach dem Ausspielen noch mitnehmen sollte.

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