Atelier Resleriana: Der Rote Alchemist & der Weiße Wächter Test

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Atelier Resleriana: Die Rückkehr der Alchemie im Schatten der Gacha-Welt

In der bunten und oft skurrilen Welt der JRPGs hat die Atelier-Serie einen besonderen Platz. Sie vereint charmante Charaktere, bezaubernde Designs und eine Alchemie-Mechanik, die Spieler:innen aus dem Alltagsstress in eine Welt voller Möglichkeiten entführt. Doch was passiert, wenn ein geliebtes Franchise sich mit den elementaren Strategien des Gacha-Genres vermischt? So ergeht es derzeit vielen Fans mit „Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian“, einem Titel, der mehr Fragen aufwirft als Antworten geben kann.

Alchemie als Mythos

Der Einstieg in die Geschichte ist vielversprechend. Rias, eine abenteuerlustige und etwas naiv wirkende Heldin, taucht in ein Universum ein, in dem Alchemie zum Mythos verkommen ist. Ihre Neugier und ihr Drang, im Unbekannten zu stöbern, machen sie sofort sympathisch. Kaum auf Erkundungstour, trifft sie auf Slade, einen geheimnisvollen jungen Mann mit einem mysteriösen Armband, dem Geist-Kern. Zusammen entdeckten sie ein alchemistisches Atelier – ein Ort, der durch die Zeit und die voran gegangene Gacha-Ära gewischt wurde. Alchemie – einst ein Werkzeug des Wandels – ist nun einem Relikt gleich.

„Es ist absurd, dass Alchemie in dieser Welt so lange nicht praktiziert wurde“, denkt man unweigerlich beim ersten Betreten des Ateliers. Und doch möchte ich mehr darüber erfahren, wie Rias diese Talente entdeckt. Wieso kann sie die magischen Energien (Mana) so intuitiv wahrnehmen? Dieses ungelöste Rätsel zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel und weckt den Wunsch, mehr über die Hintergründe und Charaktere zu erfahren.

Das Phänomen „Wanderer“

Eine interessante, aber ungenutzte Idee ist das Konzept der „Wanderer“ – Charaktere, die aus anderen Welten kommen. Kurz erwähnt, aber nie tiefgreifend behandelt, hinterlässt dieses Element einen schalen Nachgeschmack. Warum ist diese Dimension so überflächlich? Die potenziellen Konflikte und Emotionen, die mit dem Thema verknüpft sind, bleiben unangetastet, während die Cameos berühmter Protagonist:innen der Vergangenheit fast schon wie eine nostalgische Umarmung wirken – herzlich, aber flüchtig.

Was sagt uns das über unsere Verbindung zur Vergangenheit? Als Spieler:innen sind wir oft nostalgisch, aber vergessen, dass nicht alles, was einst großartig war, dieselbe Wirkung in einem neuen Rahmen entfalten kann. In der Suche nach diesen alten Bekannten verpasst man die Gelegenheit, tiefer in die neue Welt einzutauchen.

Gameplay: Ein Mix aus Neu und Bewährt

Die Mechanik in „Atelier Resleriana“ vereint vertraute Elemente mit neuen Akzenten. Der Kampf ist strategisch, jedoch ohne das Tempo und die Energie, die wir beispielsweise von „Atelier Ryza“ kennen. Stattdessen gibt es einen Taktik-basierten Ansatz, bei dem das Spiel um den Turnorder-Balken herum aufgebaut ist. Mit ein wenig Geschick und Taktik wird aus dem klassischen rundenbasierten Spielprinzip ein frisches Erlebnis. Die Möglichkeit, mehrere Aktionen in einer Runde durchzuführen, wirkt erfrischend und bleibt im Gedächtnis – man fragt sich, was den Entwicklern bei dieser Kombination eingefallen ist.

Doch das Herzstück der Atelier-Reihe bleibt die Alchemie. Neu und interessant ist die Einführung eines Shopsystems, das Rias dazu zwingt, ihre Kreationen zu vermarkten. Die Idee, die verschiedenen Gegenstände entsprechend ihrer Farbattribute anzuordnen, bietet neue strategische Dimensionen. Doch statt eines dynamischen Kauferlebnisses à la „Moonlighter“ wird das Laden-Management auf ein einfaches Menü reduziert. Eine verpasste Chance, die Romantik des Handels wiederzubeleben.

Ein Verweben von Charakteren und Emotionen

All das lässt sich wunderbar erzählen. Die Charaktere sind ein schillerndes Highlight. Während einige alte Bekannte zurückkehren – warum auch nicht, man mag sie schließlich –, sind es die neuen Gesichter, die tatsächlich in das Herz des Spiels eingreifen. Auch wenn der Plot oft als behäbig empfunden wird, sind es die vertieften Gespräche zwischen Rias, Slade und ihren Gefährten, die einen wahren emotionalen Kern bieten. Hier wird greifbar, was Alchemie in der Welt der Atelier-Spiele tatsächlich bedeutet: Es geht nicht nur um Fähigkeit und Magie, sondern um Beziehungen, Wachstum und die Suche nach sich selbst – eine Reise, die in jeder Form wertvoll ist.

„Atelier Resleriana: The Red Alchemist & the White Guardian“ klopft oft an die Tür der großen Themen. In Momenten blitzt das Potenzial auf, verbandelte Geschichten und tiefere Erzählstränge zu präsentieren. Und doch bleibt der Hauch der oberflächlichen Gacha-Mystik und des unverarbeiteten Erbes zurück. Was bleibt, ist die Frage, wie die Atelier-Reihe, die einmal ein strahlendes Vorbild war, diesen schmalen Grat zwischen Nostalgie und Innovation meistern kann.

Der Ausblick auf die nächsten Abenteuer bleibt spannend, denn die Welt von Atelier hat noch viele Geheimnisse zu bieten. Rias und Slade sind erst am Anfang ihrer Reise – und wem könnte es schaden, wieder nach den Sternen zu greifen?

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