Assassin’s Creed Shadows – Klauen von Awaji Test

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Assassin’s Creed: Shadows – Claws of Awaji: Ein neuer Blick auf die Samurai-Welt

Man kennt das: Man bindet die Schnürsenkel der virtuellen Schuhe eines furchtlosen Assassinen, springt aus schwindelerregenden Höhen und lässt sich ins ungewisse Abenteuer stürzen. Ubisoft hat mit dem DLC „Claws of Awaji“ zu ihrem bereits umfangreichen Titel „Assassin’s Creed: Shadows“ einen neuen Schritt gewagt, der die Spieler einmal mehr in die fesselnde, aber oft brutalere Welt der Samurai entführt. Doch ist mehr in diesem Fall wirklich mehr?

Vom Schatten ins Licht

„Claws of Awaji“ ist nicht nur eine einfache Erweiterung; es ist eine Ausweitung der schon erlebten dramatischen Geschichten, die mit Yasuke und Naoe begonnen hat. Damit der Kampf gegen die Templer weitergeht, müssen Spieler ihre Zeit in „Shadows“ tatsächlich gänzlich hinter sich lassen, um auf die abgelegene Insel Awaji zu gelangen. Dies mag auf den ersten Blick wie eine Einschränkung wirken, besitzt jedoch seinen Reiz: Der DLC verlangt nach investierter Zeit und fördert ein Gefühl der Belohnung. Man hat das Gefühl, der Geschichte einen Gefallen zu tun – auch wenn die Handlung, so scheint es, nicht ganz an die vorherigen Erwartungen anknüpfen kann.

Die Schlusssequenz von „Assassin’s Creed: Shadows“ war für viele Spieler eine echte Enttäuschung – ähnlich wie das abrupt endende Finale der „Sopranos“. Man war bereit für die Auflösung, nur um letztendlich mit nichts als den Credits konfrontiert zu werden. „Claws of Awaji“ sollte als Retter in höchster Not fungieren, doch in Sachen emotionaler Tiefe bleibt es hinter seinen Möglichkeiten zurück. Yasuke, der mutige Held, scheut das Rampenlicht; stattdessen bleibt Naoe in den Schatten ihrer eigenen unbefriedigenden Geschichte gefangen. Ihre ersehnte Wiedervereinigung mit ihrer Mutter, die man über Stunden hinweg erwartet hat, fühlt sich merkwürdig leer an – ein stummes Zusammentreffen, das die emotionalen Fragen der Charaktere nicht wirklich aufwirft.

Die Insel Awaji – ein visuelles Meisterwerk

Wo die Geschichte um Naoe und Yasuke jedoch erblüht, ist die Insel Awaji selbst. Hier finden wir eine atemberaubende Kulisse voller grün-bewachsener Wälder, geheimnisvoller Ruinen und in Nebel gehüllter Landschaften. Ein visuelles Meisterwerk, das zeigt, wie viel Herzblut Ubisoft in die Weltgestaltung gesteckt hat. Man könnte meinen, man sei Teil eines japanischen Gemäldes. Diese atemberaubende Ästhetik zieht sofort in ihren Bann und ist gleichzeitig eine Hommage an die kulturelle Tiefe des Samurai-Mythos.

Die Struktur der Insel ist durchdacht und abwechslungsreich. Drei mächtige Generäle regieren über Awaji: ein Samurai, ein Shinobi und ein Spion. Während man sich der Bedrohung und den Missionen widmet, fühlt man, wie die Präsenz dieser Generäle die Dynamik des Spiels verändert. Es ist die Freiheit, sie wann immer man möchte zu konfrontieren – ein Weg, wie der Spieler die Insel und ihre Herausforderungen miteinander verwoben kann. Je nach Vorgehensweise verliert der Feind Einfluss – und das wirkt fast wie ein zuckendes Leben im Spiel selbst.

Kampf oder Langeweile?

Doch hier kommt das große Aber: Die Art, wie man diese Generäle zur Strecke bringt, lässt zu wünschen übrig. Langatmige Bosskämpfe, die müde machen, während man gegen unermüdliche Gegner antritt, erscheinen zeitlich ausgelutscht, als ob man ein altes Rezept erneut aufwärmt, nur um zu merken, dass es nicht mehr ganz so gut schmeckt. Der Großteil der Kämpfe, der Spieler mit den Generälen führen muss, wird schnell zum leidenschaftslosen Abhaken von Quests – nichts, was die Herzen der Spieler höher schlagen lässt.

Dies gilt nicht für die Konfrontation mit dem Shinobi, einem spannungsgeladenen Duell, das den Spielern die Möglichkeit gibt, ihre Stealth-Fähigkeiten zu nutzen und den Nervenkitzel zu erleben. Diese Szene hätte viel mehr Raum für weitere kreative Kämpfe verdient, aber der stete Rhythmus der Konfrontationen sorgt eher für einen Ohnmachtsmoment.

Das Sprichwort vom guten Übermaß

„Kann man jemals zu viel von einer guten Sache haben?“ Diese Frage schwebt unweigerlich über dem DLC. „Claws of Awaji“ bietet ohne Zweifel frische Landschaften und interessante Gameplay-Mechaniken. Aber diese werden durch eine eher enttäuschende und schwach ausgearbeitete Handlung und uninspirierte Kämpfe getrübt. Jedoch, in der Unperfektheit liegt auch ein gewisses Potential – vielleicht ist es an der Zeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und einen Weg zu finden, um die samurai-inspirierten Geschichten in eine neue Richtung zu lenken. Ambivalente Zufriedenheit oder frischer Wind für die Fans? Die Antwort darauf könnte in (oder jenseits) der nächsten Erweiterung liegen.

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