Tales of the Shire Bewertung – verlorenes Potenzial gefangen unter einem mühsamen Lebenssimulator

Tales of the Shire Header

Entdecke jetzt die heißesten PS5 Angebote

Tales of the Shire: Ein Hoffnungsschimmer, der verglüht

Wenn man an die fantastischen Welten denkt, die J.R.R. Tolkien einst erschuf, kommen unweigerlich die Bilder von mutigen Hobbits, majestätischen Elben und schrecklichen Kreaturen in den Sinn. Die sanften Hügel der Shire, der Duft von frisch gebackenem Brot – all das hat Generationen von Lesern und Filmguckern verzaubert. In diesem Licht wartet Tales of the Shire nun auf die Chance, uns auf eine nostalgische Reise in diese zauberhafte Welt mitzunehmen. Doch das Spiel hat eine Mission: Es ist nicht nur ein weiteres Abenteuer in Mittelerde, sondern ein Lebenssimulator für Hobbits, in dem Farming-Elemente den Alltag gestalten sollen. Die Versprechungen scheinen groß, doch wie oft in der Geschichte von Adaptionen, wird das erhabene Ziel von eher müden Mechaniken überschattet.

Ich erinnere mich an die guten alten Zeiten, in denen mir mein Vater vor dem Schlafengehen Geschichten aus Mittelerde erzählte. Diese Erzählungen schürten meine Fantasie und führten mich auf Abenteuer, von denen ich nicht genug bekam. Als ich von Tales of the Shire hörte, war ich aufgeregt. Ich stellte mir vor, wie es wäre, meine eigene Hobbit-Höhle zu bauen und den Alltag eines Hobbits zu leben – mit Gärtnern, Kochen und verlorenen Schätzen. Aber was ich fand, war eine trübe Illustration der Shire, eingebettet in einen Mechanikbrei, der mehr Frustration als Freude bereitete.

Von der ersten Ankunft in Bywater an spürte ich diese ambivalente Mischung aus Hoffnungen und Ernüchterung. Die Charaktererstellung war rudimentär, und während Gandalf auf eine charmante Weise seinen Auftritt hatte, war das Gefühl eines von Hrvatska lebendigen Abenteuers schnell verflogen. Tales of the Shire atmet sichtlich den Geist der Hobbits, doch der herausragende Teil – das Gärtnern – stellte sich als weit weniger fesselnd heraus als erwartet.

Das Gartenbau-System versucht zwar, durch Dinge wie den Platzbedarf der Pflanzen und das sogenannte "Begleitpflanzen" Tiefe zu verleihen, doch das Spiel ruiniert sich schnell selbst: Pflanzen wachsen einfach außerhalb der Saison. Der Druck und die Planung, die den Reiz des Gärtnerns ausmachen, werden negiert. Warum sich mit der Reihenfolge von Pflanzen und deren Wachstumszeiten beschäftigen, wenn das Endresultat ohnehin keine Konsequenzen hat? Der Reiz, mich in die Kunst des saisonalen Gärtnerns zu vertiefen, schwindet dahin wie der Dampf einer einst frisch gebrühten Tasse Tee.

Das Kochen, zentral in der Lebensweise eines Hobbits, sollte Anreiz und Interaktion bieten. Stattdessen erinnert der Kochvorgang eher an ein zähflüssiges Glücksspiel – vage und durch ungenaue Indikatoren frustrierend. Möge man seinem Schicksal vertrauen, während man Zutaten schnippelt und hofft, in die goldene Zone für den perfekten Bissen zu treffen. Anstatt eine Vielfalt an Geschmäckern zu entfalten, wird der Kochvorgang zur starren Pflicht, begleitet von monotonen Zwischensequenzen, die keinen Raum für echte Interaktion lassen.

Die so genannten „Gemeinsamen Mahlzeiten“ – der Schlüssel zur Freundschaft in Bywater – entpuppen sich als ermüdende Routine. Einladung, Warten, Kochen und schließlich ein Dialog ohne Worte, der mehr nach Pflichtveranstaltung als nach geselligem Beisammensein wirkt. Die dort dargestellten Charaktere sind verblasst und flach, geprägt von den einfachsten Klischees und einem Mangel an Tiefe.

Trotz all dieser Dämpfer gab es Lichtblicke, die glänzten wie edle Trophäen in einem Karren voller Stroh. Der Aspekt der Gestaltung von Hobbit-Höhlen reiht sich ein in die besten Features des Spiels. Die Detailverliebtheit beim Einrichten und Dekorieren der Höhle spiegelt die Sorgfalt wider, die in die Schaffung dieser Welt floss. Es gibt endlose Möglichkeiten, seine vier Wände zu personalisieren, und hier spürt man den Funken von Kreativität, die die Entwickler erleben wollten.

Dennoch bleibt der Rest des Spiels hinter den hohen Erwartungen zurück. Die Landschaftsgestaltung wirkt manchmal uninspiriert, und die künstlerische Gestaltung kann oft nicht mit den lebhaften Bildern, die die Bücher und Filme in meinem Kopf erzeugen, konkurrieren. Man erfährt eine Art Kluft zwischen dem, was Tales of the Shire sein will, und dem, was es letztlich ist. Eine unruhige Welt, in der die Bugs und technischen Probleme unangekündigte Gäste sind.

Die Geografie von Bywater selbst scheint sich vom kanonischen Bild dieser magischen Welt weit zu entfernen, als wäre sie der Interpretation eines ungeduldigen Kurators entsprungen, der versucht, die perfekte Ausstellung zusammenzustellen. Es ist frustrierend, denn die geliebte Shire ist nicht nur eine Kulisse, sondern ein Gefühl, das in jeder Ecke und jedes Detail verwoben ist.

Aber vielleicht ist das der Kern von Tales of the Shire – eine Einladung, die beschauliche, ruhige und essenzielle Lebensweise der Hobbits zu reflektieren, auch wenn das Spiel selbst in seiner Ausführung schwächelt. Es ist ein leidenschaftlicher Versuch, eine unberührte Nische zu betreten, die den Reiz der Hoffnung und das Potenzial des Schöpferischen in sich trägt. Die Leidenschaft der Entwickler, die an diesem Projekt arbeiteten, ist unübersehbar und lässt uns, die Fans, sehnsüchtig auf das nächste große Ding blicken, das kommen könnte.

So bleibt uns nur, zwischen der drolligen Einöde der Hobbits und dem schimmernden Glanz einer besseren Zukunft zu pendeln. Vielleicht erwacht eines Tages jemand, der das Erbe von Mittelerde mit einem Spiel würdigt, das der Magie hervorhebt, die Tolkien einst in unsere Herzen pflanzte. Bis dahin bleibt uns Tales of the Shire als ein Schimmer vergangener Träume und unerfüllter Hoffnungen in der unermüdlichen Suche nach dem perfekten Hobbit-Leben.

Entdecke jetzt die neuesten PS5 Spiele auf Amazon