Star Wars in Destiny 2 zu integrieren, schien ein sicherer Erfolg zu sein, aber am Morgen nach der Ankündigung des Veröffentlichungstermins von Renegade scheinen die Spieler unglücklicher denn je zu sein

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Destiny 2: Die Klinge, die nicht schneiden will – Bungie zwischen Galaxis und Apathie

Es war einmal ein Studio, das die Gaming-Welt mit einem epischen Sci-Fi-Abenteuer begeisterte. Destiny, so hieß es, sollte das MMOFPS der Herzen werden – mit schillernden Welten, packendem Gameplay und einer Erzählweise, die sich nicht zwischen Glanz und Glamour entscheiden wollte. Doch während Bungie vor über einem Jahrzehnt noch wie eine strahlende Farbkombination in der Galaxie erschien, droht ihr jüngstes Werk Destiny 2 in einem grauen Nebel der Enttäuschung zu versinken.

Die aktuelle Erweiterung „The Edge of Fate“ wird von den Spielern als eine der schlechtesten angesehen, die Destiny je erlebt hat. Ein beachtlicher Erfolg für ein Spiel, das mittlerweile über elf Jahre alt ist. Unbemerkt von den Fanfaren, die solch ein Alter normalerweise umgeben, haben kritische Entscheidungen des Sandbox- und Gear-Teams die Spieler in eine nie dagewesene Frustration gestürzt. Dank des spärlichen Grind-Prozesses, bei dem das Gefühl des Fortschritts mehr ein ferner Traum als eine greifbare Realität geworden ist, schlägt die Geduld der Fangemeinde immer tiefer in den Abgrund.

Die Enttäuschung über die Erweiterung wird kaum gemildert durch den Auftritt als Partner im intergalaktischen Schabernack. Die von Bungie anfangs als große Sensation angekündigte Star-Wars-Kollaboration, die den Titel „Renegades“ trägt, hat das Spielerherz nicht gerade höher schlagen lassen. Wie könnte es auch? Seit der Ankündigung im Mai hat sich die Vorfreude einer schaumigen Welle in ein kaum mehr als lauwarmes Lüftchen verwandelt. Selbst die leidenschaftlichsten Fans scheinen von dieser kühnen Idee enttäuscht zu sein – die unterschiedliche Anzahl an Meinungen in der Community sorgt eher für einen schleichenden Rückzug als für einen euphorischen Aufschwung.

„Renegades“ soll eine vermischte Erzählkunst bieten, die Destiny mit der ikonischen Sci-Fi-Marke korrespondiert. In dieser Erweiterung sollen die Spieler „den Vanguard herausfordern“ und Drifter durch einen Schattenbereich verfolgen. Dabei scheint das neue soziale Zentrum, das Tharsis Outpost, eine Art Treffpunkt für Abenteurer und Piraten in einer Finanzkrise zu sein. Auf dem ersten Blick bietet diese Erweiterung die Möglichkeit zur gegenseitigen Unterstützung durch chaotische Kooperationsspiele, wie die Herausforderung auf der „Lawless Frontier“ – ein neuer Modus, der, zum Leidwesen mancher Spieler, eher nach einem chaotischen Durcheinander als nach strategischem Gameplay klingt.

Bungie kündigt stolz an, dass die Spieler neue Renegade-Fähigkeiten freischalten und ikonische Waffen wie das Praxic Blade nutzen können. Doch während sie sich in den Auskotz-Kampagnen der Gaming-Welt präsentieren, fragt man sich: Wer interessiert sich wirklich dafür? Ein Kommentar auf dem Destiny-Subreddit bringt es auf den Punkt: „Ich denke, heute ist ein Wendepunkt für viele in der Community und Bungie als Ganzes.“ Es ist eine schleichende Frustration. Der Schock von „Das sollten sie besser wissen“ scheint längst dem resignierten „Das war’s wohl“ gewichen zu sein.

Die Probleme sind vielfältig, ein dreiköpfiger Drachen mit einem Kopf, der die Spieler von gleichgültigem Engagement abhold macht. Im Zeitalter der Social-Media-Diskussion sind die ehemaligen Glorreichen als das meiste verpönte Thema im Gaming-Kosmos endloser Hitze und Gemecker ausgesetzt. Der Verlust von Schlüsselmitgliedern, die von der ersten Stunde an die offizielle Vision von Destiny geprägt haben, wird auch auf das sinkende Schiff eingehend thematisiert. Die verbliebenen Designer scheinen nicht nur verwirrte Schachfiguren auf einem gesperrten Brett zu sein – sie haben auch sandkastenartige Entscheidungen getroffen, die positive Experimente in einem Spiel, das für seine Vielfalt und Unberechenbarkeit bekannt ist, stark vermindert haben. So erlaubt beispielsweise „The Portal“, ein Mechanismus, der Spieler für ihre Wahl- und Ausrüstungsentscheidungen bestraft, keine echte Verbundenheit mit dem Game.

Und während die Destiny-Community weiterhin leidenschaftlich und unermüdlich in der Flut von Resignation umhersurft, scheinen die Spielerzahlen immer weiter zu sinken. Glaubt man den neuesten Statistiken, arbeitet die Konkurrenz immerhin seit Jahren daran, Destiny’s Treue auf einen historischen Tiefstand zu bringen. In einem Moment des Zögerns werden die Spielerzahlen auf Steam nicht einmal die magische Marke von 50.000 erreichen. Ein schleichender Niedergang durch einen unaufhörlichen Zyklus von Unzufriedenheit und Enttäuschung.

Welches Schicksal erwartet das Spiel, wenn die Star-Wars-Erweiterung im Dezember endlich das Licht der Welt erblickt? Wird es sich wie der lange erwartete Lichtstrahl aus der Dunkelheit erweisen oder wird es nur ein weiterer Schatten unter den unzähligen gescheiterten Hoffnungen bleiben? Es bleibt nichts als eine ungleiche Hoffnung auf der kalten Klinge des Schicksals – ein weiteres Kapitel in der never-ending Story von Destiny.

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