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Dying Light: The Beast – Eine Rückkehr ins Untote
Kyle Crane schält sich aus der Dunkelheit eines langen, vernichtenden Alptraums und findet sich in der grellen Sonne von Castor Woods wieder, einem desolate Ort, an dem überlebensgroße Albträume real werden. Es sind nicht nur die blutdürstigen Biters, die hier lauern – es ist auch die unaufhörliche Suche nach Rache, die den ehemaligen Protagonisten der Dying Light-Reihe in die Fänge des Schreckens zerrt. Techlands neuester Titel, Dying Light: The Beast, ist mehr als nur ein weiteres Zombie-Game; es ist eine düstere, aber auch leichtherzige Sinnreise durch die Höhen und Tiefen von Survival-Horror.
Die Rückkehr des Parkour-Meisters
Erst 2011 mit Dead Island und dann 2014 mit Dying Light hat Techland eine Art neue Goldgrube im Zombie-Genre entdeckt. Der Kult um Crane blühte auf und brachte uns das aufregende Gefühl des Parkour, wo selbst versperrte Straßen und hohe Gebäude keine Hürde mehr darstellen. In Dying Light: The Beast wird das Sprunghafte jedoch nicht nur als Stilmittel genutzt, sondern erwies sich als essenziell für das Überleben. Es gibt blitzschnelle Entscheidungen, wo jeder Sprung und jeder Anstieg über das Schicksal des Protagonisten entscheiden kann.
Die Rückkehr in ein bekanntes Terrain ist für einige Spieler wie das Tragen eines alten, aber geliebten Pullovers – selbst wenn dieser zerschlissen ist, gibt er ein vertrautes Gefühl. Aber auch mit einem vertrauten Gameplay ist das Spiel keineswegs frei von Mängeln. So mutieren die Parkour-Elemente manchmal zur plumpen Hürde, bei der Crane an Wänden kleben bleibt oder ungewollte Sprünge in den Tod inszeniert.
Dystopie meets melodramatische Folklore
Dying Light: The Beast mischt rasante Action mit einer gehörigen Portion Drama. Die Rückkehr von Crane wird durch den Kontakt mit Olivia, einer mysteriösen Verbündeten, die ihm von seinen übermenschlichen Fähigkeiten erzählt, angestoßen. Hier wird die bizarre Beziehung zwischen den beiden schnell zum Kernstück der Handlung. Ihre gemeinsam zementierte Dynamik um Vertrauen und gemeinsame Ziele verleiht der zynischen Welt etwas Menschliches.
Die Szenerie ist eine Kulisse, die an die idyllischen, aber gleichzeitig unheimlichen Erzählungen von Werken wie The Last of Us erinnert. Die Wahrnehmung von Stille wird durch das gelegentliche Geräusch von grunzenden Chimeras gestört, die an jeder Ecke lauern und im Rahmen der Erzählung mehr als nur die menschlichen Überlebenskämpfe symbolisieren.
Gamer von gestern und heute
Techlands Versuch, Dying Light: The Beast als das ultimative Best-of zu verkaufen, führt unvermeidlich zu nostalgischen Gefühlen. So finden Spieler in der offenen Welt nicht nur abgefahrene Fahrzeuge, die wie Überbleibsel aus Dead Island wirken, sondern auch die Vielzahl an Waffen und Crafting-Möglichkeiten, die bereits in der Vergangenheit für Furore sorgten. Von Baseballschlägern über Flammenwerfer – die Möglichkeiten sind schier endlos, auch wenn diese Systeme manchmal wie gut riechende Gewürze in einer fade abgeschmeckten Suppe wirken.
Für Veteranen mag dies eine Art schmerzhafter Komfortzone sein; gleichzeitig ist die Kollision mit neuen, frischen Ideen spürbar – etwa der veränderten Nutzung von Ressourcen in der Spielmechanik. Ein neuer Fokus auf Wertgegenstände sorgt dafür, dass das absurde Hamstern von Waffen nicht mehr die Hauptbeschäftigung darstellt und Spieler somit mehr Zeit im Genuss der apokalyptischen Ästhetik verbringen können.
Bug oder Feature?
Egal, wie sehr sich Techland bemüht, ist der Teufel immer im Detail: Bugs und Glitches sind ständige Begleiter in Dying Light: The Beast. Während grafische Unzulänglichkeiten, die über die Bildschirmkante schleichen, hin und wieder für Schmunzeln sorgen können, sind die vorzeitigen Tag-/Nachtschaltmechanismen alles andere als unterhaltsam. Plötzlich bei Tageslicht von aggressiven Volatilen attackiert zu werden, trübt das Erlebnis, besonders wenn der Spieler sich auf die Kernelemente des Überlebens verlässt.
Aber während diese Herausforderungen frustrierend sind, fügen sie sich oft in die surreale Welt des Spiels ein, in der der Wahnsinn und die Absurdität des Überlebens oberste Priorität haben. Durch diese Linse wird die Erzählung umso intensiver und erinnert an die Ambivalenz menschlicher Existenz: Das kontinuierliche Streben nach Normalität inmitten des Chaos.
Ein Ausblick in die Dunkelheit
Dying Light: The Beast ist also ein Spiel, das den Spagat zwischen altbekannten Mechaniken und frischen Erzählansätzen wagt – eine Balance, die nicht immer gelingt. Techland hat mit diesem Titel nicht nur ein Spiel geschaffen, sondern ein Erlebnistagebuch aller Emotionen, die im Angesicht des Unheils auftreten können.
Und so bleibt die Frage, ob Crane und seinen Kampf weiter folgen werden, während wir in den Widersprüchen dieser Welt schwelgen. Dying Light: The Beast hält uns an der Leine, zieht uns durch die düstere Fratze einer Welt, die die Menschlichkeit an ihre Grenzen testet, und gleichzeitig verspricht es, uns in den nächsten Teil zu entlassen. Denn eine Frage bleibt, wenn ein ohnehin geschundener Protagonist immer wieder aufsteht: Bis wohin kann man gehen, um die eigenen Dämonen zu besiegen?
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