Dragon Age-Trilogie-Remaster wurde EA vorgeschlagen, aber „sie scheinen grundsätzlich gegen kostenloses Geld zu sein“, sagt ein Serienveteran

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Wenn Nostalgie auf Bürokratie trifft: Die Dragon Age-Trilogie bleibt im Schatten

In den Hallen von BioWare, wo einst Spielerherzen für Heldentaten in den faszinierenden Welten von Ferelden und Orlais schlugen, schleicht sich eine eigentümliche Stille ein. Ein schattiger Gedanke: Wäre es nicht genial, die ersten drei Dragon Age-Spiele in neuem Glanz erstrahlen zu lassen? Die Bildschirme der Fans blinkten vor Vorfreude, als Mark Darrah, ein Veteran der Serie und ehemaliger Executive Producer, in einem Interview mit YouTuber MrMattyPlays die brisante Bombe platzen ließ: BioWare hatte tatsächlich eine Trilogie-Remasterversion der ersten drei Dragon Age-Spiele ins Gespräch gebracht, aber EA bleibt unbeeindruckt – und das aus tragikomischen Gründen.

Darrah beschreibt EA als einen Verlag, der anscheinend wenig mit „Nostalgie-Maschinen“ anfangen kann. „Es ist seltsam für ein börsennotiertes Unternehmen“, bemerkt er spöttisch, „sie scheinen gegen freies Geld zu sein.“ Eine bemerkenswerte Aussage, die bei den Fans ein verhaltenes Schmunzeln und eine Portion Unverständnis auslöst. Wo andere Studios den Schalter für Remaster umlegen und einen Geldregen erleben – wie es bei der Mass Effect Legendary Edition der Fall war –, bleibt Dragon Age in der hintersten Reihe stehen. Was ist hier los?

Die Antworten finden sich in der langjährigen Hiobsbotschaft, die EA über Dragon Age ausgesendet hat. „Der Markt möchte Mainstream-Erfolge“, erklärt Darrah und bringt das Dilemma auf den Punkt. Dragon Age, mit seinen tiefgreifenden Storylinien und nerdigen Charakteren, sei für die hochrangigen Entscheidungsträger im Unternehmen eine Herausforderung. „Sie schauen sich die Mass Effect-Reihe an und sehen den Aha-Moment – aber Dragon Age, das ist wie ein schwer verdauliches Buch, das man nicht einfach so in einem Jahr verkaufen kann“, fügt er hinzu, um die Wahrnehmung der Franchise zu illustrieren.

Natürlich ist das Fan-Engagement ungebrochen. Bei der Erwähnung eines Titels wie „The Champions Trilogy“ flüchtet man in nostalgische Erinnerungen: die schneidigen Dialoge, die hitzigen Wähle-dein-eigenes-Abenteuer-Momente und die emotionale Tiefe der Charaktere. Doch die Realität sieht anders aus. Ein Remaster wäre alles andere als eine einfache Aufgabe, aufgeteilt auf drei verschiedene Engines und ohne die entsprechenden Ressourcen – BioWare steckt bereits im Entwicklungsstrudel von Dragon Age: Veilguard. Hier prallen kleinere und größere Probleme aufeinander: das Team, das für Mass Effect zuständig ist, hat die meiste Aufmerksamkeit, während die Dragon Age-Abteilung um jeden verfügbaren Ressourcen-Kammertaler kämpfen muss.

Und während BioWare’s Herausforderungen ans Licht kommen, wächst die Sorge um die Zukunft der Dragon Age-Reihe. Nach dem durchwachsenen Empfang von Veilguard wird das Gespräch über den erhofften Nachfolger, Dragon Age 4, immer drängender. „Ich denke, es gibt noch viel zu erzählen“, sagt Darrah. Doch wie das geschehen soll, bleibt nebulös im Raum stehen. Die Unkomplexität des Dragon Age-Universums ist auf die politische Mehrdeutigkeit des Entwicklerstudios gepaart mit der Orientierung von EA zur Zielgruppe zurückzuführen. Ein Teufelskreis, der ein weiteres Mal die Frage aufwirft: Was macht eine Marke attraktiv, wenn ihre Seele in den Schubladen der Vorstandsetagen vergraben bleibt?

Um das Ganze abzurunden, meldet sich auch der ehemalige Dragon Age-Autor David Gaider zu Wort. Er beschreibt eine gespaltene Belegschaft, die zwischen den beiden Franchise-Lieblingen Mass Effect und Dragon Age hin- und hergerissen ist. „Es gab nie wirklich Frieden zwischen den Teams“, so Gaider. Diese interne Rivalität verkompliziert zusätzlich die ohnehin schon aufgeladenen Ressourcen von BioWare.

Es stellt sich oft die Frage: Wo ist das gute alte BioWare geblieben, das mit Herzblut Geschichten erzählt hat? Ist das Unternehmen, das einst die Spieler mit tiefgründigen Erzählungen fesselte, jetzt lediglich ein Spielball der Marktlogik? Kommt der Tag, an dem wir endlich die ersten drei Dragon Age-Spiele in überarbeiteter Form auf unseren Bildschirmen sehen werden, oder bleiben diese Meisterwerke im Schatten der Corporate-Politik?

Die Antwort bleibt ungewiss, während die Fanbasis weiterhin feierlich an der Legende des Dragon Age festhält. Vielleicht ist das das wahre Erbe der Reihe: nicht nur Geschichten über Drachen, Magie und die Vielfalt menschlicher Emotionen, sondern auch eine ewige Diskussion über die Herausforderungen der Gaming-Industrie. Und so bleibt die Frage offen: Ist Dragon Age ein Elden-Mythos oder ein verschollener Schatz im Hyundai der Videospiele?

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