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Die Rückkehr ins Unbekannte: Über das Comeback in Destiny 2
Es war einmal ein Warlock, im Orbit schwebend, zwischen den Sternen und Erinnerungen an die glorreichen Schlachten der Vergangenheit. Zwei Jahre lang kam dieser Krieger nicht mehr vorbei, bemächtigt vom Überdruss an endlosem Grind und der anstrengenden Komplexität, die Destiny 2 im Laufe der Zeit entwickelt hat. Diese Woche jedoch überkam mich die Nostalgie: Ein tapferen Rückkehr, zurück ins vertraute Chaos und in die Weiten des Destiny-Universums. Die Ankündigung der neuen Erweiterung „The Edge of Fate“ schien verheißungsvoll, auch wenn ich, ehrlich gesagt, nicht einmal für das spektakuläre Ende zurückkehrte.
Der Schatten von Lightfall lag schwer auf den Schultern der Spieler. Nicht nur wurde die Geschichte des Lichtes und der Dunkelheit zu Ende erzählt; sie ließ auch viele von uns mit einem Gefühl der Leere zurück. Mit „The Edge of Fate“ beginnt Bungie jetzt einen neuen Story-Arc und verspricht ein frisches, unverbrauchtes Abenteuer auf einem mysteriösen neuen Planeten. Das klingt verlockend, doch wie verhält es sich mit dem eigentlichen Spielerlebnis?
Wohin man auch schaut in dieser neuen Erweiterung, die geschätzten Entwickler haben sich nicht nur eine Prise Metroid Prime entliehen—man rollt und springt in der Spielwelt in einer Art und Weise, die zumindest gewöhnungsbedürftig ist. Und obwohl die Umweltpuzzles aufregend sind, stellt sich die Frage: Ist diese Kreativität auch ein Zeichen der Selbstfindung oder bloß der Versuch, alte Muster aufzubrechen?
Die Rückkehr ins Chaos
Das Problem, das mir als Rückkehrer schnell klar wurde, ist, dass Destiny 2 vor allem für alte Hasen eine potenzielle Leidenstrecke darstellt. Beträchtliche Mengen an Voice-Acting fehlen, während ich in eine Story-Mission geschoben werde, für die ich keinen Kontext habe. „Was ist hier los? Wo bin ich?“, denkt man sich mehr als einmal. Ehemals als Bastion des klaren Game Designs gefeiert, hat sich Destiny 2 in ein unübersichtliches Dickicht von Optionen und Entscheidungen verwandelt.
Das „Vaulting“-System—das bewusste Entfernen von Inhalten—hat nicht nur die Bibliothek äußerst komplex gemacht, sondern die Spieler auch mit Fragen der eigenen Identität konfrontiert. „War ich hier nicht schon einmal?“ Die Vergänglichkeit des Contents wirkt erstickend und lässt die Frage aufkommen: „Wofür habe ich eigentlich bezahlt?“
Die Entwickler haben zwar versprochen, bezahlte Erweiterungen nicht mehr zu „vauten“, aber viele Spieler sitzen trotzdem zwischen den Stühlen. Das aktuelle Setting ist jenseits von verwirrend. „Neulinge, die versuchen, sich einzufinden, stoßen auf reines Chaos“, sagt Robbie Stevens, der Game Director, in einem Interview. Er betont die Notwendigkeit, das Spielerlebnis zu glätten, um „schneller einsteigen“ zu können. Klingt gut, doch die Umsetzung scheint weit entfernt—mindestens bis Ende 2025.
Ein frischer Blick auf die Vergangenheit?
So stehe ich, als lungerer Spieler, vor einem großen Fragezeichen—geplagt von der Angst, in einer Welt voller Geheimnisse erneut zu scheitern. Mehr als 1000 Stunden habe ich in beiden Destiny-Spielen verbracht, doch der Gedanke, nach all dieser Zeit „neu“ anzufangen, ist eher düster als einladend. Ist es nicht ironisch, dass wir in eine neue Epoche eintreten, während die Entwickler sich darauf konzentrieren, was hinzukommen könnte, statt das Hier und Jetzt für die Rückkehrer angenehm zu gestalten?
„Finde deinen Sturm“, sagt ein neu erschienener Trailer. Aber finden wir nicht vielmehr ein stürmisches Meer aus Verwirrung, wenn wir wieder einsteigen wollen? Destiny war einst der leuchtende Stern am Himmel der Multiplayer-Games; heute fühlt sich die Rückkehr fast so an, als ob das Licht ausging—bei all den Schwierigkeiten, die mit dem Vorankommen zusammenhängen.
Es bleibt die Frage: Wo ist die Motivation, wieder zurückzukehren? „The Edge of Fate“ könnte glänzen, doch ohne klare Orientierung ist es wie ein vergessener leuchtender Punkt in einem riesigen digitalen Kosmos. So bleibt mein Warlock weiterhin in seinem Schlaf der Gerechten—ob er, wie viele andere, jemals wieder aufwacht, steht in den Sternen.
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