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Ein neuer Kick für die Fußballwelt: Rematch von Sloclap
Erinnerungen werden wach an die schweißtreibenden Nachmittage im Park, als ein einfaches Plätzchen im Gras zu einem vielschichtigen Fußballfeld wurde, auf dem jedes Tor wie der Sieg im Champions-League-Finale gefeiert wurde. Mit Sprüngen in die Luft, klopfenden Herzschlägen und der unbändigen Freude, einen Ball im Netz zappeln zu sehen, wächst die Nostalgie, wenn man an die eigene Kindheit denkt. Sloclap, bekannt für seine Kung-Fu-Meisterwerke Abslover und Sifu, hat mit Rematch ein Spiel entwickelt, das genau dieses pulsierende Gefühl einfängt. Doch anstatt ein weiteres realistisches Fußballsimulationsspiel in der Tradition von EA Sports FC zu kreieren, lädt uns Rematch ein, den chaotischen Geist eines gemütlichen Kickabouts mit Freunden zu erleben.
Die Idee hinter Rematch ist erfrischend simpel, jedoch spielerisch spannende: Hier kämpft nicht eine ganze Mannschaft, sondern jeder von uns schlüpft in die Schuhe eines einzigen Spielers in wilden Matches von 3v3 bis 5v5. Sechs Minuten pro Match sind alles, was es braucht, um epische Momente zu kreieren – oder zumindest den glorreichsten Fehlschuss des Tages. Die Regeln? Fast nicht existent: Fouls, Abseits und Einwürfe gehören der Vergangenheit an. Stattdessen erwarten einen lustige Überraschungen, wie beispielsweise ein Torwart, der plötzlich zum Stürmer wird. Das Spielfeld selbst ist von riesigen transparenten Wänden umgeben, die das Chaos nur noch steigern. Manchmal ist es ein kreatives Durcheinander; an anderen Tagen lässt man sein dribbelndes Talent sprießen und fühlt sich wie der nächste Lionel Messi.
Bevor man sich jedoch in die hitzigen Begegnungen stürzt, gibt es einige Trainingseinheiten und einen kurzen Prolog, um sich ein wenig mit der Physik des Spiels vertraut zu machen. Denn das Gameplay ist engmaschig und verlangt nach Präzision, die sich nur schwer erlangen lässt. Jedes Dribbling, jedes Passspiel – selbst das Schießen – hat seine eigenen Tücken. Während man beim Schießen den rechten Trigger ziehen muss und dabei auf das Ziel zielt, könnte man leicht vergessen, wo sich der Ball eigentlich befindet. All die Fehlschüsse sind schmerzhaft, aber auch lehrreich.
Der etwas ungewöhnliche Kamerawinkel – immer direkt hinter dem Spieler – stellt Neulinge vor Herausforderungen. Wo man in anderen Fußballspielen einen Gesamtblick auf das Feld hat, ist es hier notwendig, direkt im Gefecht zu sein. Vielleicht ruft das eine oder andere „Toi, toi, toi!“ aus den teils frustrierten Stimmen der Gamer hervor, die noch ihre alten Gewohnheiten ablegen müssen. Die Parallele zu Rocket League – Fußball mit Autos – ist unverkennbar, und so macht Rematch auch in diesen intensiven Momenten Spaß.
Das Spiel vermittelt jedoch gleichzeitig das Gefühl, einen steinigen Weg vor sich zu haben. In einer Welt, in der man bereits im Vorfeld präzise Spielmechaniken erwarten könnte, fühlt sich Rematch häufig wie ein unerforschter Kontinent an. Es ist nicht atypisch, in ein Match einzutauchen, in dem ein Mitspieler mit starren Taktiken und überheblichen Dribblings glänzt, während der Torwart das Tor nach dem Motto „Warum nicht?“ verlässt und lieber mit seinen Freunden das Feiern lernt, als einen Schuss abzuwehren.
Die Gestaltung der Torwartposition trägt zur Unberechenbarkeit des Spiels bei. Ein neuer Spieler wird nach jedem Tor in die Rolle des Torwarts geschmissen, und das führt oft zu kurvenreichen Szenarien, die vorrangig vom Zufall abhängen. Wer die Kontrolle über seine Bewegungen behält, kann in den entscheidenden Momenten glänzen – oder kläglich scheitern, wenn der Ball einfach durch die Füße rutscht. Diese Achterbahn der Gefühle kann sowohl frustrierend als auch amüsant sein und ist möglicherweise der Grund, warum Spieler, die zur Perfektion streben, in Rematch auf Granit beißen.
Die Community rund um das Spiel ist mitunter eine ganz eigene Herausforderung. Das frühe Spielumfeld ist voll von Spielern, die mehr dem Ego als dem Teamgeist verpflichtet sind. Wenn man selbst hin und wieder der Held sein möchte, wird einem spätestens hier vor Augen geführt, dass Fußball nun mal ein Teamsport ist. Es sind diese schmerzhaft-karikaturhaften Situationen, die für das große Lachen sorgen, aber gleichzeitig den Spielfluss stoppen können. Die Hoffnung auf diszipliniertere Mitspieler bleibt.
Apropos weitergehen: Die Entwickler haben bereits neue Features angekündigt, unter anderem einen Turniermodus für Ranglistenspiele und größere Spielvariationen. Doch während die kosmetischen Fortschritte, die man durch das Spielen freischaltet, einen gewissen Reiz haben, bleibt die grundsätzliche Motivation fragwürdig. Besonders ärgerlich wird’s, wenn Spieler das Gefühl haben, man wolle ihnen eher den Geldbeutel als die Spielerfahrung leeren – Erinnerungen an das leidige Mikrotransaktionssystem anderer Spiele kommen hoch.
Am Ende erzeugt Rematch dieses einzigartige Gefühl des Spiels „nur noch eine Runde“ und verführt dazu, trotz aller Herausforderungen immer wieder anzutreten. Die hohe Lernkurve mag anfangs abschreckend wirken, doch jeder erreichte Trick und jeder erzielte Treffer ist eine Belohnung – wie der tollste Schuss aus einem Kinderfußballspiel. Das Potenzial ist definitiv da, aber um die runden Kanten abzuschleifen und ein grandioses Erlebnis zu schaffen, bedarf es einiger Überarbeitungen. Das Spiel zeugt jedoch von einer unschuldigen Leidenschaft, die es wert ist, entdeckt zu werden.
Denn in der Welt von Rematch sind die ganz großen Champions nicht die, die von Anfang an die besten Noten holen, sondern die, die mit jedem neuen Match ein Stückchen besser werden – eben so wie im richtigen Leben.
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