Grounded 2 Bewertung in Arbeit – Little, Big Planet

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Auf den Spuren der Mini-Helden: Eine Reise durch die Welt von Grounded 2

Die Welt ist groß, aber was passiert, wenn sie auf die Größe eines Schmetterlings schrumpft? Genau dieser Gedanke durchzog meine Erfahrung mit Grounded 2, dem Sequel zum Überlebensspiel, das uns als winzige Teenager in einem wuchernden Garten abenteuerlustig werden ließ. Während die Vorfreude auf das Spiel groß war, war ich mir auch der Herausforderungen bewusst, die das Erbe des ersten Teils mit sich bringt.

Als ich das Spiel startete, fühlte ich mich schnell wieder in die quirlig-bunte Welt von Brookhaven Park versetzt – einer Umgebung, in der nicht nur die Sonne scheint, sondern auch die Gefahren im Schatten lauern. Max, Willow, Hoops und Pete sind wieder zurück und haben sich merkwürdig genug zu etwas reiferen, wenn auch leicht unflätigen Teenagern entwickelt. Doch trotz ihrer neuen frechen Sprüche bleibt das Wesen des Spiels das gleiche: Überleben im Angesicht einer Vielzahl von hungrigen Insekten, die alles andere als harmlos sind.

Die Atmosphäre ist lebhaft und verspielt, fast so, als sei man in den späten 90ern gefangen – eine Zeit, in der die Spiele noch den ungestümen Optimismus der Kindheit kanalisierten. Während viele Überlebensspiele oft in einem trostlosen Farbspektrum schwelgen, setzt Grounded 2 auf bunte, nährende Landschaften und ein Gefühl der Entdeckung. Es gibt nichts Vergleichbares, als mit Freunden durch hohes Gras zu streifen, während sich die schimmernden Augen eines Skorpions in der Dunkelheit auf einen richten – Spannung, die das Herz schneller schlagen lässt.

Ein neu gestaltetes Spielmechanik-Element sticht dabei besonders hervor: das Omni-Tool. Wer sich noch an das Crafting-Gefummel des ersten Teils erinnert, kann sich die Erleichterung vorstellen. Anstelle Einzelwerkzeuge wie Schaufel und Axt zu erstellen und kontinuierlich auf deren Haltbarkeit zu achten, bekommt man nun ein alles-in-einem Werkzeug – ein Rasiermesser für die Miniaturwelt. Es ist ein pragmatischer Schritt, der viel vom Grind vergangener Tage nimmt und die Spieler mit Leichtigkeit durch die Herausforderungen des Spiels führt.

Doch auch die neuen Spielmöglichkeiten verlangen nach Einsatz. Das Zähmen von Insekten – nennen wir sie liebevoll „Buggies“ – bereichert das Spielgeschehen. Auf einem roten Soldatenameisen-Buggy durch die Landschaft zu fahren, fühlt sich nicht nur schneller und sicherer an, sondern bringt auch eine Dynamik ins Spiel, die ich so in der ersten Version vermisst habe. Die Möglichkeit, sich mit Mitspielern zusammenzutun und eigene „Buggies“ anzuheuern, sorgt für Heiterkeit. Man könnte fast vergessen, dass wir hier über ein Überlebensspiel sprechen, während wir den Kampf zwischen Schaufel- und Rasenmäher-Mechaniken in der Sonne genießen.

Aber wie jede Medaille hat auch diese ihre Kehrseite. Der kreative Modus präsentiert sich in der early-access-Version leider mager – eine entmutigende Aussicht für Spieler, deren Herz für Basisbau und Dekoration schlägt. Die ehemalige Vielfalt an Rüstungen und Crafting-Möglichkeiten hat sich sichtlich verringert, und so fühlt sich der kreative Bereich oft leer an. Dies verstärkt das Gefühl, dass Grounded 2 noch auf der Suche nach seiner Identität ist, während die Neuigkeiten von Okapi-Rüstungen und Spinnen-Möbelstücken noch auf sich warten lassen.

Besonders enttäuschend ist das Fehlen von tiefen Wasserstellen, an die ich mich in der ersten Version so gerne zurückerinnerte. Wo ist der große Koi-Teich, in dem ich als kleiner Überlebender mein Lager aufschlagen könnte? Eine inspirierende Umgebung kann oft das letzte Quäntchen Extra aus einem Spiel herausholen, und allein die Vorstellung, mit einem kleinen Boot in einer Gewässerlandschaft zu schippern, ist der Stoff, aus dem Kindheitsträume gemacht sind.

Aber bekanntlich ist die Reise wichtiger als das Ziel, und Grounded 2 ist in seinem Kern immer noch ein Spiel, das die Freude am gemeinsamen Überleben zelebriert. Der narrative Faden, der sich durch die unvollendete Geschichte schlängelt, ist alles andere als trivial. Mit einem mysterösen Hacker und seinen ausgebeuteten Insekten hält die Story den Spieler am Puls, während sie gleichzeitig die kindliche Leichtigkeit des Spiels bewahrt.

Die grafische Aufrüstung von Grounded 2 ist nicht zu verleugnen. Die Details sind prächtiger, die Lichtverhältnisse überwältigender und die generelle Optik hebt sich klar von ihrem Vorgänger ab. Ich empfand es als Erfrischung, die Texturen so brillant leuchten zu sehen – ein Beispiel dafür, wie sich ein Spielentwickler im Laufe der Zeit entwickeln kann. Während ich große Bugs beobachtete, die leise aus der Geometrie herauskrochen und gegen meine törichte Unvorsichtigkeit anrannten, bemerkte ich sofort die technischen Verbesserungen und potenziellen Bugs im Spiel. Und während andere Spieler von Performance-Problemen berichten, blieb ich von solchen Dingen weitestgehend verschont – ein Glücksfall in der Welt der Videospiele.

Grounded 2 ist das, was es sein will: ein Abenteuerspiel, das vielversprechenden neuen Inhalt bietet, während es gleichzeitig die Bewährungsprobe des Erbes des ersten Teils ablegt. Ob es den Stempel des Must-Haves eines Creative-Fans aufdrücken wird, bleibt abzuwarten. Doch solange es eine Gemeinschaft von begeisterten Spielern und Schöpfern gibt, die sich auf die Entwicklung freuen, kann ich mir nichts Schöneres vorstellen, als Teil dieses schrumpfenden Abenteuers zu sein.

Wenn das Spiel also weiter reift und seine Mängel in den folgenden Updates überwindet, dürfen wir gespannt sein, welche neuen Wunder in dieser Mikrowelt warten – und ob wir eines Tages in den kleinen Koi-Teich eintauchen können oder nicht. Das kleine große Abenteuer hat gerade erst begonnen.

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