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Dying Light: The Beast – Auf den Spuren des Überlebens
Die Sonne bricht durch das dichte Blätterdach von Castor Woods und taucht die Welt in ein warmes, goldenes Licht. Dennoch spüre ich ein flaues Gefühl im Bauch – nicht aufgrund der friedlich wirkenden, aber in den Schatten lauernden Untoten, sondern wegen der schieren Panik, die bei Einbruch der Nacht in mir aufsteigt. „Dying Light: The Beast“ schickt uns mit Kyle Crane zurück in den Kampf gegen die Zombie-Horden, vier Jahre nach seinem letzten Auftritt, und nach meinen ersten Stunden im Spiel kann ich sagen: Es ist weniger ein Rückblick, sondern vielmehr eine düstere Hommage an die Überlebensinstinkte dieser Reihe.
Kyle Crane, der geprüfte Protagonist, der einst in den Ruinen von Harran für sein Leben kämpfte, erwacht in einem neuen Kapitel – Castor Woods, ein Ort, der ebenso wirkt wie ein vergessenes Juwel. Die malerische Landschaft verbirgt ein schreckliches Geheimnis. Die grafische Gestaltung, die die Verbindung von einstiger Schönheit und jetziger Verwahrlosung anschaulich darstellt, ist ein Höhepunkt, der sich nicht nur auf die Szenerie beschränkt. Die Entwickler von Techland arbeiten unermüdlich daran, die Welt mit Details zu bereichern, die jeden Schritt und jeden Kampf bedeutungsvoll erscheinen lassen.
Dreh- und Angelpunkt von „The Beast“ ist jedoch nicht nur die verführerische Kulisse, sondern auch das Gameplay, das sich in einigen Schlüsselpunkten von seinen Vorgängern abkapselt. Beast Mode ist der neue Star der Show. Anfänglich surreal und übermächtig – wie Wolverine, der sein Unwesen treibt – kann dieser Zustand ebenso als Notwendigkeit als auch als Last angesehen werden. Inmitten der Horden von Zombies ist es oft weniger eine Selbstverständlichkeit, als vielmehr eine Flucht vor dem unausweichlichen Tod.
Im Vergleich zu „Dying Light 2“ sind die Waffen und der Umgang mit Munition ein interessantes Wechselspiel. Schusswaffen sind sporadischer, das alternative Nahkampfsystem – Baseballschläger, Macheten und improvisierte Waffen – gibt mir das Gefühl von Unmittelbarkeit. Es ist die rohe Gewalt, die ich spüre, wenn ich mit einem brennenden Stock auf die grotesken Gesichter der Untoten einschlage. Dabei gefordert, meine Ressourcen gezielt einzusetzen und insbesondere meine Ausdauer zu managen, spüre ich, dass ich nicht unbesiegbar bin. Jeder Treffer fragt: „Bist du bereit, dafür zu zahlen?“
„Dying Light: The Beast“ ermutigt mich, strategisch zu denken. Mein schwindendes Stamina erhöht die Herausforderung, die zwischen dem Titel „Survival-Horror“ und dem eher actionbetonten Tenor des Spiels schwankt. Eine erschreckende Erkenntnis, wenn ich mich einer Schar von Zombies gegenübersah und mir bewusst wurde, dass der Versuch, sie zu besiegen, ins Gegenteil umschlagen könnte. Die Eskalation der Gefahr wird spürbar, besonders wenn die Nacht über Castor Woods hereinbricht.
Die Nacht – der Garanten für eine neue Dimension des Schreckens. Hier verliert selbst ein geübter Spieler den Überblick. Während ich tagsüber die Welt mit grazilen Parkour-Moves schöpferisch durchquere, bin ich bei Dunkelheit gezwungen, in die Dunkelheit selbst zu schlüpfen. Das Spiel verwandelt sich in ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem ich tatsächlich um mein Überleben kämpfen muss. Volatiles heulen in der Dunkelheit, furchtbare Kreaturen, die alles daran setzen, mich als Abendessen zu verspeisen. „Komm schon, komm schon!“, flehe ich, während ich mit schweißnassen Händen versuche, zwischen den Bäumen zu entkommen.
Eine Fähigkeit, die ich mir nicht entziehen kann, ist das „Survivor Sense“, ein Koerperliches Gefühl, das mich kurzfristig auf die Anwesenheit meiner Feinde hinweist, mir aber ein ganz anderes Bild vermittelt: Hier ist nichts berechenbar. Es ist ein ständiger Tanz zwischen Angst und Überlebenswillen, der ursprünglich an „Alien“ und dessen הפחד vor der Dunkelheit und dem Unbekannten erinnert.
Dieser Grundtenor wird mit der Musik lebendig, die Olivier Derivere in „The Beast“ komponiert hat. Sie wird zur akustischen Untermalung meines Schreckens – ein eindringlicher Score, der den Ton des Spiels perfekt trifft. Er fügt eine Schicht an Atmosphäre hinzu, die die differenzierte Erfahrung hervorhebt – hier wird nicht nur gekämpft, sondern auch gefühlt.
Zusammen mit der Gestaltung der Umgebung und den angespannten Begegnungen mit den Zombies gelingt es dem Spiel, ein Gefühl der Anspannung zu erzeugen, das sich nicht so schnell verflüchtigt. Es wird bei Nacht zu einem echten Horrortrip, während ich im Taglichte die Scherben meines Mut für die Nacht zusammensammle. „Dying Light: The Beast“ eröffnet mir eine neue Dimension, in der ich nicht als Superman, sondern als verletzliches Individuum überleben möchte.
Schlussendlich bringt „The Beast“ die Kernpunkte der Dying Light-Serie zurück auf die Landkarte und verbessert sie gleichzeitig durch eine stärkere Betonung des Überlebens. Es ist eine Reise zurück zu den Wurzeln – zu einem instinktiven Horror, der nicht aus übertriebenem Glanz, sondern aus dem Schrecken der Realität genährt wird. In dieser Welt sind die wahren Gegner nicht unbedingt die Zombies, sondern eher die eigenen Ängste – und das gibt dem Spieler immer wieder Grund zum Nachdenken.
So dreht sich alles um die Frage: Was ist es, das uns antreibt in dieser von Untoten überrannten Welt? Der Gedanke, dass die Dunkelheit uns mehr als nur das Leben kosten könnte, sondern auch den Funken Hoffnung, den wir mit uns tragen – und mal ehrlich, wer könnte in solchen Zeiten nicht eine Portion Mut gebrauchen? In „Dying Light: The Beast“ finden wir heraus, ob wir die Zwiespältigkeit des Lebens besiegen können – und vielleicht, so klammheimlich, auch unsere eigenen Dämonen.
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