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Die Wüstenwelt von Arrakis: Ein Eintauchen in Dune: Awakening
Es gibt Momente in Videospielen, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis brennen. Eines meiner unvergesslichsten Erlebnisse aus den 60 Stunden mit Dune: Awakening – dem neuesten Werk des Entwicklers Funcom – war zweifellos der Moment, als ich von einem Shai’Hulud verschlungen wurde. Mit einem Gefühl, das zwischen Ehrfurcht und Verzweiflung schwankte, fühlte ich mich winzig im Angesicht des schillernden Sandwurms, der unter dem Schein der Sonne schwang. Diese Begegnung ist nicht nur ein plumper Spielmechanismus, sie ist eine Metapher für die Übermacht und die Wildheit von Arrakis, die den Spieler in ihren Bann zieht.
Das Spiel, ein offenes Überlebens-MMORPG, ist gespickt mit solchen Momenten, die trotz ihrer repetitiven Natur faszinieren. Arrakis selbst wird zum Protagonisten, wogegen der Spieler zum kleinen Rad im Getriebe wird, das sich unaufhörlich dreht. Egal, ob man über die heißen Dünen raste, um möglicherweise dem Maul eines Sandwurms zu entkommen, oder zum ersten Mal ein Ornithopter pilotierte – Dune: Awakening eröffnet Welten, die Frank Herberts Klassiker lebendig werden lassen, und dies in einer Art und Weise, wie es selbst Denis Villeneuve nicht gelungen ist.
Funcom geht auf verschiedene Herausforderungen ein, die mit der Adaption eines so komplexen Universums verbunden sind. Die Ausgestaltungen in Dune: Awakening sind visueller und atmosphärischer als manch andere Spiele, haben aber auch ihre eigenen zwiespältigen Erfahrungen. Es ist klar, dass die Entwickler tiefen Respekt für Herberts Werk hegen, doch gleichzeitig werden eigene kreative Freiräume erforscht. Ein alternativer Handlungsstrang, in dem Paul Atreides nie geboren wurde und Arrakis zum Schlachtfeld zwischen den Häusern Atreides und Harkonnen wird, gibt den Entwicklern die Freiheit, unerwartete Wendungen in der Story zu präsentieren.
Ein eindrucksvolles Beispiel für diese kreative Freiheit zeigt sich in der Charaktererstellung, die als folgenschwere Bene Gesserit-Interrogation inszeniert ist. Hier gestaltet man sein Aussehen sowie die eigene Hintergrundgeschichte und Klassen. Von Mentat über Bene Gesserit bis hin zum Trooper – die Auswahl ist breit gefächert, und ein Spieler kann durch das Absolvieren von Quests in alle Klassen eintauchen. Die Wahl der Klasse fühlt sich nicht wie eine permanenter Entscheidung an, sondern mehr wie ein erster Schritt auf einem langwierigen Abenteuer.
Überleben auf Arrakis
Nach einem schicksalhaften Schiffsabsturz findet sich der Spieler in der unbarmherzigen Wüste von Arrakis wieder, ausgerüstet mit nichts als einer Schrottmesserklinge und zerlumpten Kleidern. Die Sonne ist unerbittlich. Banditen sind hinter dem Wasser her, und die patrouillierenden Schiffe suchen nach dem Überlebenden. Aber am gefährlichsten sind die Sandwürmer, die einem gnadenlos fressen, wenn man auch nur einen Schritt zu viel auf den Sand wagt.
Die Überlebensmechaniken sind ingenös und zwingen den Spieler zur Auseinandersetzung mit der rauen Umwelt. Wasser wird zur wertvollsten Währung: Man lernt, dass man nicht nur Flüssigkeit braucht, um zu überleben, sondern dass auch Crafting und Basisbau stark in das zentrale Spielsystem integriert sind. Während man am Anfang noch plant, wie man mit Tropfen von Pflanzen oder durch das Auspressen besiegter Feinde an Wasser kommt, entwickelt sich diese Suche schnell zu einer Art von grundlegender Lebensstrategie, die die Spieler von Stunde zu Stunde genussvoll fesselt.
Besonders, dass die Basisgründung einfacher als in vielen anderen Survival-Spielen gehalten ist, ist lobenswert. Der Verzicht auf enorm komplexe Mechaniken, bei denen man Kabel und Generatoren verwalten muss, ist nicht nur zeitsparend, sondern hält auch die emotionale Verbindung zur eigenen Schöpfung lebendig. Endlich ist es nicht mehr die leidvolle Pflicht, die einem ins Level-Limbo stürzt, sondern das sentimentale Heimatgefühl, das in Erwägung gezogen wird.
Bless the Coming and Going of Him
Nachdem die ersten Hürden genommen sind, trägt Dune: Awakening seine Spieler weiter in die Wildnis und bringt einen zu den großen Sandfeldern, die von den gewaltigen Sandwürmern bewohnt werden. Diese Momente des Überschreitens großer Flächen sind gut eingefangen: Atmung anhalten, Lungen füllen und hoffen, dass das Glück nicht am anderen Ende der Wüste lauert. Stirbt man in dieser Wüste, so geht auch alles, was man bei sich trägt, unwiderruflich verloren. Ein harter Preis für risikofreudige Exkursionen und ein Geschick des Spiels, das den Nervenkitzel auf die Spitze treibt.
Die ständige Balance zwischen Macht und Verwundbarkeit wird zum Herzstück von Dune: Awakening. In den ersten Stunden läuft man in Lumpen, während man dann rasch Gadgets wie den suspensor belt erhält, was die Bewegung markant erleichtert. Die Reise in der Wüste wird zum Aufstieg. Und während man zum ersten Mal auf einem Sandbike so über das Land fliegt, wie es wohl jeder kleine Junge träumt, wird das Gefühl der Freiheit greifbar – doch diese Freiheit bringt auch ihre Schwere mit sich.
Schnell wird klar, dass auch Fahrgeräte wie das Sandbike nicht vor der Gefahr der Sandwürmer schützen können. Ausgerechnet während meiner ersten rasanten Fahrt über die Dünen wurde ich von einem dieser eindrucksvollen Kreaturen verschlungen. Ein frustrierendes und emotionales Erlebnis, das der Auswirkungen von Rückschlägen in der Überlebensmechanik den Kampf ansagt.
Zusammenführung der Kräfte
Dune: Awakening erweist sich auch in Bezug auf die Zufriedenheit mit den verschiedenen Klassen und Ausrüstungen als gewissenhaft. Während man einige Zeit mit dem Fokus auf den Schwertmeister verbringen kann – unterhaltsame und spannende Kämpfe inklusive – ist der Spaßfaktor jedoch zwischen den bossartigen Feinden und monotonen Quest-Strukturen angreifbar. Man fühlt, dass trotz aller Weltengestaltung das Spiel bei den Gegnern und den unvermeidlich repetitiven Missionen an Vielfalt mangelt.
Die Missionen, die den Spielern die Welt näherbringen sollen, sind oft schnell abgehakt. Nichts für die beharrlichen Geschichtenerzähler unter den Spielern, viel mehr für die Liebhaber ständiger Interaktion mit der Welt und ihren Mechaniken. Sicherlich, das Krafttraining in der Sandbox und die Verbindung zur eigenen Spielweise sind nachvollziehbar. Doch viele der Nebenquests verlaufen sich in repetitiven Mustern und scheinen in manchen Momenten eher als füllende Aufgaben zu dienen.
Mit dem Erreichen der Endgame-Zone, dem Deep Desert, scheinen die anfänglichen Freuden in den Hintergrund zu treten. Während die Ornithopter die Höhepunkt der Exploration darstellen, erscheinen die Gänge des Spiels zunehmend wie die Schatten ihrer selbst. Der Anreiz, sich durch Grind und Ressourcen-Camping durchzukämpfen, weicht einem Gefühl der Sinnlosigkeit, wenn es an die Jagd nach endgamespezifischen Belohnungen geht, die nicht nur die kreative Rolle des Charakters aushebeln, sondern auch den Drang nach Herausforderung motivieren sollten.
Ein offenes Ende
Dune: Awakening ist ohne Zweifel ein faszinierendes Experiment. Es gelingt Funcom, die Welt von Arrakis zum Leben zu erwecken und die Essenz von Herberts Erzählung, die Macht des Wassers, des Sandes und des Menschen, auf einen interaktiven Bildschirm zu übertragen. Aber die Verbindung zur Erzählung könnte tiefer gehen, die Wiederholungen im Gameplay könnten reduziert und die Treue zur Quelle kreativer Freiheiten stärker genutzt werden.
Die Faszination, die Dune: Awakening entfaltet, ist unbestreitbar, auch wenn der Weg mit unübersehbaren Unebenheiten gepflastert ist. Vielleicht liegt der wahre Schatz in den unerforschten Weiten der Wüste, in den unterirdischen Geschichten und Geheimnissen, die nur darauf warten, gehoben zu werden. Wer die Untiefen von Arrakis durchdringt, dem winkt die Verheißung nicht nur des Wassers, sondern der Geheimnisse, die die Gesteine der Wüste in sich tragen – und so wird der Spieler Teil eines immer wiederkehren Abenteuers, untrennbar verbunden mit den Überresten eines Mythos, der nie ganz zu greifen ist.
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